Ganymed von Johann Christian Friedrich Hölderlin

Was schläfst du, Bergsohn, liegest in Unmut, schief,
Und frierst am kahlen Ufer, Gedultiger!
Denkst nicht der Gnade du, wenns an den
Tischen die Himmlischen sonst gedürstet?
 
Kennst drunten du vom Vater die Boten nicht,
Nicht in der Kluft der Lüfte geschärfter Spiel?
Trifft nicht das Wort dich, das voll alten
Geists ein gewanderter Mann dir sendet?
 
Schon tönets aber ihm in der Brust. Tief quillts,
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Wie damals, als hoch oben im Fels er schlief,
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Ihm auf. Im Zorne reinigt aber
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Sich der Gefesselte nun, nun eilt er,
 
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Der Linkische; der spottet der Schlacken nun,
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Und nimmt und bricht und wirft die Zerbrochenen
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Zorntrunken, spielend, dort und da zum
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Schauenden Ufer und bei des Fremdlings
 
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Besondrer Stimme stehen die Herden auf,
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Es regen sich die Wälder, es hört tief Land
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Den Stromgeist fern, und schaudernd regt im
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Nabel der Erde der Geist sich wieder.
 
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Der Frühling kömmt. Und jedes, in seiner Art,
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Blüht. Der ist aber ferne; nicht mehr dabei.
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Irr ging er nun; denn allzugut sind
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Genien; himmlisch Gespräch ist sein nun.
Arbeitsblatt zum Gedicht
PDF (26.7 KB)

Details zum Gedicht „Ganymed“

Anzahl Strophen
6
Anzahl Verse
24
Anzahl Wörter
173
Entstehungsjahr
1770 - 1843
Epoche
Aufklärung,
Empfindsamkeit,
Sturm & Drang

Gedicht-Analyse

Bei dem vorliegenden Text handelt es sich um das Gedicht „Ganymed“ des Autors Johann Christian Friedrich Hölderlin. Der Autor Johann Christian Friedrich Hölderlin wurde 1770 in Lauffen am Neckar geboren. Die Entstehungszeit des Gedichtes liegt zwischen den Jahren 1786 und 1843. Anhand der Entstehungszeit des Gedichtes bzw. von den Lebensdaten des Autors her kann der Text den Epochen Aufklärung, Empfindsamkeit, Sturm & Drang, Klassik, Romantik, Biedermeier oder Junges Deutschland & Vormärz zugeordnet werden. Die Richtigkeit der Epochen sollte vor Verwendung geprüft werden. Die Zuordnung der Epochen ist ausschließlich auf zeitlicher Ebene geschehen. Da es keine starren zeitlichen Grenzen bei der Epochenbestimmung gibt, können hierbei Fehler entstehen. Das 173 Wörter umfassende Gedicht besteht aus 24 Versen mit insgesamt 6 Strophen. Weitere bekannte Gedichte des Autors Johann Christian Friedrich Hölderlin sind „An die Parzen“, „An die jungen Dichter“ und „An unsre Dichter“. Zum Autor des Gedichtes „Ganymed“ liegen auf unserem Portal abi-pur.de weitere 181 Gedichte vor.

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