Vulkan von Johann Christian Friedrich Hölderlin

Jetzt komm und hülle, freundlicher Feuergeist,
Den zarten Sinn der Frauen in Wolken ein,
In goldne Träum und schütze sie, die
Blühende Ruhe der Immerguten.
 
Dem Manne laß sein Sinnen, und sein Geschäft,
Und seiner Kerze Schein, und den künftgen Tag
Gefallen, laß des Unmuts ihm, der
Häßlichen Sorge zu viel nicht werden,
 
Wenn jetzt der immerzürnende Boreas,
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Mein Erbfeind, über Nacht mit dem Frost das Land
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Befallt, und spät, zur Schlummerstunde,
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Spottend der Menschen, sein schröcklich Lied
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singt,
 
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Und unsrer Städte Mauren und unsern Zaun,
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Den fleißig wir gesetzt, und den stillen Hain
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Zerreißt, und selber im Gesang die
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Seele mir störet, der Allverderber,
 
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Und rastlos tobend über den sanften Strom
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Sein schwarz Gewölk ausschüttet, daß weit umher
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Das Tal gärt, und, wie fallend Laub, vom
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Berstenden Hügel herab der Fels fällt.
 
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Wohl frömmer ist, denn andre Lebendige,
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Der Mensch; doch zürnt es draußen, gehöret der
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Auch eigner sich, und sinnt und ruht in
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Sicherer Hütte, der Freigeborne.
 
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Und immer wohnt der freundlichen Genien
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Noch Einer gerne segnend mit ihm, und wenn
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Sie zürnten all, die ungelehrgen
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Geniuskräfte, doch liebt die Liebe.
Arbeitsblatt zum Gedicht
PDF (27 KB)

Details zum Gedicht „Vulkan“

Anzahl Strophen
7
Anzahl Verse
29
Anzahl Wörter
183
Entstehungsjahr
1770 - 1843
Epoche
Aufklärung,
Empfindsamkeit,
Sturm & Drang

Gedicht-Analyse

Bei dem vorliegenden Text handelt es sich um das Gedicht „Vulkan“ des Autors Johann Christian Friedrich Hölderlin. Geboren wurde Hölderlin im Jahr 1770 in Lauffen am Neckar. Im Zeitraum zwischen 1786 und 1843 ist das Gedicht entstanden. Auf Grund der Entstehungszeit des Gedichtes bzw. der Lebensdaten des Autors kann der Text den Epochen Aufklärung, Empfindsamkeit, Sturm & Drang, Klassik, Romantik, Biedermeier oder Junges Deutschland & Vormärz zugeordnet werden. Bei Verwendung der Angaben zur Epoche, prüfe bitte die Richtigkeit der Zurodnung. Die Auswahl der Epochen ist ausschließlich auf zeitlicher Ebene geschehen und muss daher nicht unbedingt richtig sein. Das 183 Wörter umfassende Gedicht besteht aus 29 Versen mit insgesamt 7 Strophen. Der Dichter Johann Christian Friedrich Hölderlin ist auch der Autor für Gedichte wie „An die jungen Dichter“, „An unsre Dichter“ und „Das Schicksal“. Zum Autor des Gedichtes „Vulkan“ liegen auf unserem Portal abi-pur.de weitere 181 Gedichte vor.

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