Der Abschied von Friedrich Gottlieb Klopstock

Wenn du entschlafend über dir sehen wirst
Den stillen Eingang zu den Unsterblichen,
Und aufgetan die erdeferne
Pforte des Himmels, enthüllt den Schauplatz
 
Der Ewigkeit; dann nahe dir hören wirst
Die Donnerrede des, der Entscheidung dir
Kundtut; so feirlich spricht die Gottheit,
Wenn sie das Urteil der Tugend ausspricht;
 
Wenn du dann lächelnd näher dir hören wirst
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Die Stimme Salems, welcher dein Engel war,
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Und, mit des Seraphs sanftem Laute,
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Deines entschlafenen Freundes Stimme:
 
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Dann werd ich vor dir lange gestorben sein.
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Den letzten Abend sprach ich, und lehnte mich
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An deines Bruders Brust, und weinend
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Senkt ich die Hand ihm in seine Hand hin:
 
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»Mein Schmidt, ich sterbe, sehe nun bald um mich
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Die großen Seelen, Popen und Addison,
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Den Sänger Adams neben Adam,
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Neben ihm Eva mit Palmenkränzen,
 
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Der Schläfe Miltons heilig, die himmlische,
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Die fromme Singer, bei ihr die Radikin,
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Und, durch des Tod mich Staunen traf, daß
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Traurigkeit auch, und nicht Freud allein sei
 
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Auf Erden, meinen Bruder, der blühte, schnell
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Abfiel! Bald tret ich in die Versammlungen,
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Hin ins Getön, ins Halleluja,
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In die Gesänge der hohen Engel.
 
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Heil mir! mein Herz glüht, feurig und ungestüm
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Bebt mir die Freude durch mein Gebein dahin!
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Heil mir! die ewig junge Seele
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Fließet von Göttergedanken über!
 
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Schon halb gestorben, lebet von neuem mir
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Der müde Leib auf; so werd ich auferstehn,
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Der süße Schauer wird mich fassen,
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Wenn ich mit dir von dem Tod erwache.
 
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Wie mir es sanft schlägt, leg an mein Herz dich, Freund!
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Ich lebt', und, daß ich lebte, bereu ich nicht,
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Ich lebte dir, und unsern Freunden,
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Aber auch ihm, der nun bald mich richtet!
 
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Ich hör, ich höre fern schon der Waage Klang,
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Nah ihr der Gottheit Stimme, die Richterin;
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O, wäre sie, der bessern Taten
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Schale, so schwer, daß sie überwöge!
 
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Ich sang den Menschen menschlich den Ewigen,
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Den Mittler Gottes. Unten am Throne liegt
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Mein großer Lohn mir, eine goldne,
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Heilige Schale voll Christentränen.
 
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Ach, schöne Stunden, traurige schöne Zeit,
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Mir immer heilig, die ich mit dir gelebt!
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Die erste floß uns frei und lächelnd,
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Jugendlich hin, doch die letzte weint' ich!
 
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Mehr, als mein Blick sagt, hat dich mein Herz geliebt,
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Mehr, als es seufzet, hat dich mein Herz geliebt!
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Laß ab vom Weinen, sonst vergeh ich:
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Auf, sei ein Mann! geh, und liebe Rothen!
 
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Mein Leben sollte hier noch nicht himmlisch sein,
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Drum liebte die mich, die ich so liebte, nicht.
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Geh, Zeuge meines Trauerlebens,
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Geh, wenn ich tot bin, zu deiner Schwester,
 
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Erzähl, nicht jene mir unvergeßlichen
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Durchweinten Stunden, nicht, wie ein trüber Tag,
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Wie Wetter, die sich langsam fortziehn,
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Mein nun vollendetes kurzes Leben,
 
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Nicht jene Schwermut, die ich an deiner Brust
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Verstummend weinte. Heil dir, mein teurer Freund,
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Weil du mit allen meinen Tränen
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Mitleid gehabt, und mit mir geweint hast!
 
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Vielleicht ein Mädchen, welches auch edel ist,
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Wird, meiner Lieder Hörerin, um sich her
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Die Edlen ihrer Zeit betrachten,
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Und mit der Stimme der Wehmut sagen:
 
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O lebte der noch, welchem so tief das Herz
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Der Liebe Macht traf! - Die wird dich segnen, Freund,
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Weil du mit meinen vielen Tränen
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Mitleid gehabt, und mit mir geweint hast!
 
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Geh, wenn ich tot bin, lächelnd, so wie ich starb,
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Zu deiner Schwester; schweige vom Traurenden;
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Sag ihr, daß sterbend ich von ihr noch
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Also gesprochen, mit heitrem Blicke;
 
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Des Herzens Sprache, wenn sie mein toter Blick
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Noch reden kann, ach, sag ihr: Wie liebt ich dich!
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Wie ist mein unbemerktes Leben,
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Dir nur geheiligt, dahingegangen!
 
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Des besten Bruders Schwester! Nimm, Göttliche,
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Den Abschiedssegen, welchen dein Freund dir gibt;
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Gelebt hat keiner, der dich also
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Segnete, keiner wird so dich segnen.
 
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Womit der lohnet, welcher die Unschuld kennt,
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Von aller hohen himmlischen Seligkeit,
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Von jener Ruh der frommen Tugend,
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Fließe dein göttliches Herz dir über!
 
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Du müssest weinen Tränen der Menschlichkeit,
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Viel teure Tränen, wenn du die Dulder siehst,
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Die vor dir leiden, durch dich müsse
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Deinen Gespielinnen sichtbar werden
 
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Die heilge Tugend, Gottes erhabenste,
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Hier nicht erkannte Schöpfung, und selige,
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Von ihrem Jubel volle Freuden
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Müssen dein jugendlich Haupt umschweben,
 
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Dir schon bereitet, da du aus Gottes Hand
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Mit deinem Lächeln heiter gebildet kamst;
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Schon da gab dir, den du nicht kanntest,
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Heitere Freuden, mir aber Tränen!
 
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O schöne Seele, die ich mit diesem Ernst
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So innig liebte! Aber in Tränen auch
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Verehr ich ihn, das schönste Wesen,
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Schöner als Engel ihn denken können.
 
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Wenn hingeworfen vor den Unendlichen
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Und tief anbetend ich an des Thrones Fuß
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Die Arme weit ausbreite, für dich
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Hier unempfundne Gebete stammle:
 
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Dann müss' ein Schauer von dem Unendlichen,
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Ein sanftes Beben derer, die Gott nun sehn,
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Ein süßer Schauer jenes Lebens
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Über dich kommen, und dir die Seele
 
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Ganz überströmen. Über dich müssest du
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Erstaunend stehn und lächelnd gen Himmel schaun.
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Ach, dann komm bald im weißen Kleide,
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Wallend im lieblichen Strahl der Heitre!«
 
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Ich sprachs, und sah noch einmal ihr Bildnis an
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Und starb. Er sah das Auge des Sterbenden,
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Und klagt, ihr nicht, weil er sie liebet,
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Daß ihm zu früh sein Geliebter hinstarb.
 
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Wenn ich vor dir so werde gestorben sein,
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O meine Fanny, und du auch sterben willst:
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Wie wirst du deines toten Freundes
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Dich in der ernsteren Stund erinnern?
 
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Wie wirst von ihm du denken, der edel war,
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So ganz dich liebte? wie von den traurigen,
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Trostlos durchweinten Mitternächten,
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Von der Erschütterung seiner Seele?
 
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Von jener Wehmut, wenn nun der Jüngling oft,
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Dir kaum bemerket, zitternd dein Auge bat
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Und schweigend, nicht zu stolz, dir vorhielt,
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Daß die Natur ihn für dich geschaffen?
 
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Ach, dann! wie wirst du denken, wenn schnell dein Blick
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Und ernst ins Leben hinter dem Rücken schaut?
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Das schwör ich dir, dir ward ein großes,
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Göttliches Herz, und das mehr verlangte.
 
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Stirb sanft, o, die ich mit unaussprechlicher
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Empfindung liebte! Schlummr' in die Ewigkeit
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Mit Ruh hinüber, wie dich Gott schuf,
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Als er dich machte voll schöner Unschuld!

Details zum Gedicht „Der Abschied“

Anzahl Strophen
36
Anzahl Verse
144
Anzahl Wörter
978
Entstehungsjahr
1724 - 1803
Epoche
Empfindsamkeit

Gedicht-Analyse

Der Autor des Gedichtes „Der Abschied“ ist Friedrich Gottlieb Klopstock. 1724 wurde Klopstock in Quedlinburg geboren. In der Zeit von 1740 bis 1803 ist das Gedicht entstanden. Anhand der Entstehungszeit des Gedichtes bzw. von den Lebensdaten des Autors her kann der Text der Epoche Empfindsamkeit zugeordnet werden. Bei dem Schriftsteller Klopstock handelt es sich um einen typischen Vertreter der genannten Epoche. Das vorliegende Gedicht umfasst 978 Wörter. Es baut sich aus 36 Strophen auf und besteht aus 144 Versen. Der Dichter Friedrich Gottlieb Klopstock ist auch der Autor für Gedichte wie „Winterfreuden“, „Das Wiedersehn“ und „An die nachkommenden Freunde“. Zum Autor des Gedichtes „Der Abschied“ haben wir auf abi-pur.de weitere 65 Gedichte veröffentlicht.

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