Columbus von Georg Heym

Nicht mehr die Salzluft, nicht die öden Meere,
Drauf Winde stürmen hin mit schwarzem Schall.
Nicht mehr der großen Horizonte Leere,
Draus langsam kroch des runden Mondes Ball.
 
Schon fliegen große Vögel auf den Wassern
Mit wunderbarem Fittich blau beschwingt.
Und weiße Riesenschwäne mit dem blassern
Gefieder sanft, das süß wie Harfen klingt.
 
Schon tauchen andre Sterne auf in Chören,
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Die stumm wie Fische an dem Himmel ziehn.
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Die müden Schiffer schlafen, die betören
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Die Winde, schwer von brennendem Jasmin.
 
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Am Bugspriet vorne träumt der Genueser
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In Nacht hinaus, wo ihm zu Füßen blähn
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Im grünen Wasser Blumen, dünn wie Gläser,
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Und tief im Grund die weißen Orchideen.
 
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Im Nachtgewölke spiegeln große Städte,
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Fern, weit, in goldnen Himmeln wolkenlos,
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Und wie ein Traum versunkner Abendröte
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Die goldnen Tempeldächer Mexikos.
 
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Das Wolkenspiel versinkt im Meer. Doch ferne
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Zittert ein Licht im Wasser weiß empor.
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Ein kleines Feuer, zart gleich einem Sterne.
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Dort schlummert noch in Frieden Salvador.
Arbeitsblatt zum Gedicht
PDF (25.7 KB)

Details zum Gedicht „Columbus“

Autor
Georg Heym
Anzahl Strophen
6
Anzahl Verse
24
Anzahl Wörter
156
Entstehungsjahr
1911
Epoche
Moderne,
Expressionismus

Gedicht-Analyse

Das Gedicht „Columbus“ stammt aus der Feder des Autors bzw. Lyrikers Georg Heym. 1887 wurde Heym in Hirschberg geboren. 1911 ist das Gedicht entstanden. Der Erscheinungsort ist Leipzig. Von der Entstehungszeit des Gedichtes bzw. von den Lebensdaten des Autors her lässt sich das Gedicht den Epochen Moderne oder Expressionismus zuordnen. Die Richtigkeit der Epochen sollte vor Verwendung geprüft werden. Die Zuordnung der Epochen ist ausschließlich auf zeitlicher Ebene geschehen. Da es keine starren zeitlichen Grenzen bei der Epochenbestimmung gibt, können hierbei Fehler entstehen. Das Gedicht besteht aus 24 Versen mit insgesamt 6 Strophen und umfasst dabei 156 Worte. Georg Heym ist auch der Autor für Gedichte wie „Der Fliegende Holländer“, „Der Gott der Stadt“ und „Der Hunger“. Auf abi-pur.de liegen zum Autor des Gedichtes „Columbus“ weitere 74 Gedichte vor.

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