Das Bildnis der Geliebten von Eduard Mörike

Maler, du zweifelst mit Recht, indem du den seltenen
Umriß
Meiner Geliebten bedenkst, wie du beginnest dein
Werk.
Ob von vorn das Gesichtchen, ob du's von der Seite
mir zeigest?
Viel hat beides für sich und mich beklemmet die
Wahl.
»Nun, dreiviertel?« Ich möchte das reine Profil nicht
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entbehren,
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Wo sie, so eigen, so neu, kaum nur sich
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wiedererkennt.
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Sinnen wir lang? Schon weiß ich, vernimm, die
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natürlichste Auskunft:
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Male die doppelte mir kühn auf dasselbige Tuch.
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Denn was wagst du dabei? Man wird zwei
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Schwestern erblicken,
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Ähnlich einander, doch hat jede das Ihre voraus.
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Und mich stell in die Mitte! Den Arm auf die Achsel
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der einen
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Leg ich, aber den Blick feßle die andere mir,
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Die mit hängenden Flechten im häuslichen Kleide
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dabeisteht,
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Nieder zum Boden die lang schattende Wimper
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gesenkt,
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Indes jene, geschmückt, und die fleißig geordneten
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Zöpfe
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Unter dem griechischen Netz, offenen Auges mir
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lacht.
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Eifersucht quälte dich öfter umsonst: wie gefällt dir,
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Helene,
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Dein zweideutiger Freund zwischen dies Pärchen
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gestellt?
Arbeitsblatt zum Gedicht
PDF (26.3 KB)

Details zum Gedicht „Das Bildnis der Geliebten“

Anzahl Strophen
1
Anzahl Verse
33
Anzahl Wörter
165
Entstehungsjahr
1804 - 1875
Epoche
Biedermeier

Gedicht-Analyse

Der Autor des Gedichtes „Das Bildnis der Geliebten“ ist Eduard Mörike. Der Autor Eduard Mörike wurde 1804 in Ludwigsburg geboren. Zwischen den Jahren 1820 und 1875 ist das Gedicht entstanden. Auf Grund der Entstehungszeit des Gedichtes bzw. der Lebensdaten des Autors kann der Text der Epoche Biedermeier zugeordnet werden. Bei dem Schriftsteller Mörike handelt es sich um einen typischen Vertreter der genannten Epoche. Das Gedicht besteht aus 33 Versen mit nur einer Strophe und umfasst dabei 165 Worte. Weitere bekannte Gedichte des Autors Eduard Mörike sind „Lose Ware“, „Gesang Weylas“ und „Auf eine Christblume“. Zum Autor des Gedichtes „Das Bildnis der Geliebten“ haben wir auf abi-pur.de weitere 171 Gedichte veröffentlicht.

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