Bulldoggin Motte von Joachim Ringelnatz

Wenn du fremd bist, komm ihr nicht zu nah!
Sie heißt Motte
Und ihr Junges heißt Kleopatra.
Beide offenbar nur aus Marotte.
Aber nomina sunt odiosa.
 
Mottes Zungenzipf hängt saftig rosa
Zwischen Hasenzähnen aus dem Maul.
Motte ist ein wenig faul.
 
Motte: Spaltenase.
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Motte: Affe, Hase,
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Seehundskopf, Schildkrötenpfoten,
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Karpfenschnauze, Rätselschwänzchen.
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Jedes Tier hat an dem Tier
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Hier sein Bestes aufgeboten.
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Unsre Motte – sagen wir –
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Ist ein Zoolo-Quintessenzchen.
 
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Rührend hilflos und asthmatisch
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Schnauft sie. Liebt ihr Kind fanatisch.
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Täglich wiegt Bulldoggmamachen
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Morgens ihr Kleopatrachen,
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Legt dabei – was für sie spricht –
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Hauptgewicht auf das Gewicht.
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(Dichten kann die Motte nicht.)
Arbeitsblatt zum Gedicht
PDF (24.6 KB)

Details zum Gedicht „Bulldoggin Motte“

Anzahl Strophen
4
Anzahl Verse
23
Anzahl Wörter
98
Entstehungsjahr
nach 1899
Epoche
Moderne,
Expressionismus

Gedicht-Analyse

Das Gedicht „Bulldoggin Motte“ wurde von Joachim Ringelnatz verfasst, der von 1883 bis 1934 lebte. Somit lässt sich das Werk in die Epoche der Moderne einordnen, genauer in die Zeit der Weimarer Republik, in welcher Ringelnatz seine größten Erfolge als lyrischer Kabarettist feierte.

Beim Lesen des Gedichts erweckt es einen humorvollen, mitunter schrulligen Eindruck. Es folgt kein klassisch romantisches oder ernsthaft philosophisches Motiv, sondern scheint eine verspielte Charakterstudie eines Tiers zu sein.

Inhaltlich handelt das Gedicht von einer Bulldogge namens Motte und ihrem Jungen Kleopatra. Die Verse sind gefüllt mit skurrilen und humorvollen Beschreibungen, wobei Ringelnatz die Eigenschaften verschiedener Tiere zuweist. Er stellt Motte als eine Art „Quintessenz“ der Tierwelt dar, ein malerisches Chaos verschiedenster Merkmale. Sie ist „rührend hilflos“, „asthmatisch“ und liebt ihr „Kleopatrachen“ auf eine Art und Weise, die vor allem auf das Gewicht des Jungtieres achtet. Die humorvolle Betonung, dass Motte nicht dichten kann, schließt das Gedicht auf eine ironische Weise ab.

Form und Sprache des Gedichts sind der komischen und unkonventionellen Natur des Inhalts angepasst. Die Verse sind in freien Rhythmen gehalten, es gibt kein durchgängiges Metrum oder Reimschema. Das lyrische Ich nutzt Sprache, die sowohl komplex als auch volkstümlich ist, um eine humorvolle und etwas groteske Darstellung von „Motte“ zu erzeugen.

Indem er einer Bulldogge einen so menschlichen und zugleich absurden Namen wie „Kleopatra“ zuweist, bricht Ringelnatz mit Konventionen und stellt das Alltägliche in ein neues, komisches Licht. Zusammenfassend ist das Gedicht eine humorvolle Darstellung des Alltäglichen, in dem das lyrische Ich Freude an der Absurdität des Lebens findet.

Weitere Informationen

Der Autor des Gedichtes „Bulldoggin Motte“ ist Joachim Ringelnatz. Ringelnatz wurde im Jahr 1883 in Wurzen geboren. Die Entstehungszeit des Gedichtes liegt zwischen den Jahren 1899 und 1934. Der Erscheinungsort ist Berlin. Von der Entstehungszeit des Gedichtes bzw. von den Lebensdaten des Autors her lässt sich das Gedicht den Epochen Moderne oder Expressionismus zuordnen. Der Schriftsteller Ringelnatz ist ein typischer Vertreter der genannten Epochen. Das Gedicht besteht aus 23 Versen mit insgesamt 4 Strophen und umfasst dabei 98 Worte. Joachim Ringelnatz ist auch der Autor für Gedichte wie „Afrikanisches Duell“, „Alone“ und „Alte Winkelmauer“. Auf abi-pur.de liegen zum Autor des Gedichtes „Bulldoggin Motte“ weitere 560 Gedichte vor.

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