Buddha in der Glorie von Rainer Maria Rilke

Mitte aller Mitten, Kern der Kerne,
Mandel, die sich einschließt und versüßt, —
dieses alles bis an alle Sterne
ist dein Fruchtfleisch: Sei gegrüßt.
 
Sieh, du fühlst, wie nichts mehr an dir hängt;
im Unendlichen ist deine Schale,
und dort steht der starke Saft und drängt.
Und von außen hilft ihm ein Gestrahle,
 
denn ganz oben werden deine Sonnen
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voll und glühend umgedreht.
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Doch in dir ist schon begonnen,
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was die Sonnen übersteht.
Arbeitsblatt zum Gedicht
PDF (23.9 KB)

Details zum Gedicht „Buddha in der Glorie“

Anzahl Strophen
3
Anzahl Verse
12
Anzahl Wörter
72
Entstehungsjahr
1918
Epoche
Moderne

Gedicht-Analyse

Das vorgelegte Gedicht stammt vom deutschsprachigen Schriftsteller Rainer Maria Rilke – geboren am 4. Dezember 1875 und verstorben am 29. Dezember 1926. Einer seiner Schwerpunkte war die Lyrik, in der er sich oft mit Themen wie Einsamkeit, Liebe und Kunst auseinandersetzte. Dem lyrischen Stil und Inhalt des Gedichts „Buddha in der Glorie“ nach lässt es sich am ehesten in die späte Schaffensperiode Rilkes einordnen, die von mystischen und religiösen Symbolen geprägt ist.

Beim ersten Lesen des Gedichts fallen sofort dessen metaphorische, spirituelle und intensive Wortwahl auf, die den Eindruck einer tiefgründigen, jedoch nicht sofort verständlichen Botschaft erwecken, eine typische Eigenschaft von Rilkes später Lyrik.

Im Gedicht wird der Buddha in einem fast gottesgleichen Licht dargestellt, der zwar im Universum existiert, gleichwohl aber unabhängig von ihm ist. Dies könnte man als die Hauptbotschaft oder Hauptgefühl auffassen, die Rilke durch das lyrische Ich zum Ausdruck bringen wollte. Die Metaphern „Mitte aller Mitten, Kern der Kerne“ und „Mandel, die sich einschließt und versüßt“ scheinen auf Buddhas natürliche und zentrale Stellung im Universum hinzuweisen, während die Verse „Sieh, du fühlst, wie nichts mehr an dir hängt; im Unendlichen ist deine Schale,“ auf seine Selbstversorgung und Unabhängigkeit von der Welt hinweisen.

Formell gesehen ist das Gedicht in drei Strophen zu je vier Versen unterteilt. Die Sprache ist poetisch und bildreich, wobei Rilke oft Metaphern und Vergleiche verwendet, um die Größe und Herrlichkeit Buddhas zu unterstreichen. Zudem enden alle Strophen mit einem positiv besetzten Ausdruck („Sei gegrüßt“, „hilft ihm ein Gestrahle“, „was die Sonnen übersteht“), wodurch eine Atmosphäre der Bewunderung und Verehrung geschaffen wird.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Rilke in „Buddha in der Glorie“ die Größe und Unaufhaltsamkeit Buddhas beschreibt. Mit seiner intensiven und bildreichen Sprache schafft er es, Ehrfurcht vor Buddhas Unabhängigkeit und zentralen Stellung in der Welt auszudrücken.

Weitere Informationen

Rainer Maria Rilke ist der Autor des Gedichtes „Buddha in der Glorie“. Der Autor Rainer Maria Rilke wurde 1875 in Prag geboren. Entstanden ist das Gedicht im Jahr 1918. In Leipzig ist der Text erschienen. Die Entstehungszeit des Gedichtes bzw. die Lebensdaten des Autors lassen eine Zuordnung zur Epoche Moderne zu. Rilke ist ein typischer Vertreter der genannten Epoche. Das Gedicht besteht aus 12 Versen mit insgesamt 3 Strophen und umfasst dabei 72 Worte. Der Dichter Rainer Maria Rilke ist auch der Autor für Gedichte wie „Als ich die Universität bezog“, „Am Kirchhof zu Königsaal“ und „Am Rande der Nacht“. Zum Autor des Gedichtes „Buddha in der Glorie“ haben wir auf abi-pur.de weitere 338 Gedichte veröffentlicht.

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