Der Tiroler Nachtwache von Joseph von Eichendorff

In stiller Bucht, bei finstrer Nacht,
Schläft tief die Welt im Grunde,
Die Berge rings stehn auf der Wacht,
Der Himmel macht die Runde,
Geht um und um,
Ums Land herum
Mit seinen goldnen Scharen,
Die Frommen zu bewahren.
 
Kommt nur heran mit eurer List,
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Mit Leitern, Strick und Banden,
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Der Herr doch noch viel stärker ist,
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Macht euren Witz zuschanden.
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Wie wart ihr klug!
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Nun schwindelt Trug
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Hinab vom Felsenrande
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Wie seid ihr dumm! o Schande!
 
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Gleichwie die Stämme in dem Wald
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Wolln wir zusammenhalten,
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Ein' feste Burg, Trutz der Gewalt,
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Verbleiben treu die alten.
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Steig, Sonne, schön!
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Wirf von den Höhn
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Nacht und die mit ihr kamen,
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Hinab in Gottes Namen.
Arbeitsblatt zum Gedicht
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Details zum Gedicht „Der Tiroler Nachtwache“

Anzahl Strophen
3
Anzahl Verse
24
Anzahl Wörter
113
Entstehungsjahr
1810
Epoche
Romantik

Gedicht-Analyse

Der Autor des Gedichtes „Der Tiroler Nachtwache“ ist Joseph von Eichendorff. Im Jahr 1788 wurde Eichendorff geboren. Das Gedicht ist im Jahr 1810 entstanden. Anhand der Entstehungszeit des Gedichtes bzw. von den Lebensdaten des Autors her kann der Text der Epoche Romantik zugeordnet werden. Der Schriftsteller Eichendorff ist ein typischer Vertreter der genannten Epoche.

Die Romantik war eine Epoche der europäischen Literatur, Kunst und Kultur. Sie begann gegen Ende des 18. Jahrhunderts und dauerte in der Literatur bis etwa zur Mitte des 19. Jahrhunderts. Die Romantik kann in drei Phasen aufgegliedert werden: Frühromantik (bis 1804), Hochromantik (bis 1815) und Spätromantik (bis 1848). Die Welt, die sich durch die beginnende Industrialisierung und Verstädterung mehr und mehr veränderte, verunsicherte die Menschen. Die Französische Revolution in den Jahren 1789 bis 1799 hatte ebenfalls Auswirkungen auf die Romantik. In der Romantik gilt das Mittelalter als das Ideal und wird verherrlicht. Die Kunst und Architektur der Zeit des Mittelalters werden geschätzt, gepflegt und gesammelt. Übel und Missstände dieser Zeit bleiben außen vor und scheinen bei den Schriftstellern in Vergessenheit geraten zu sein. So ist die Verklärung des Mittelalters ein zentrales Merkmal der Romantik. Außerdem sind die Weltflucht, die Hinwendung zur Natur und die romantische Ironie weitere zentrale Merkmale dieser Epoche. Die Grundthemen waren Seele, Gefühle, Individualität und Leidenschaft. In der Literatur wurden diese Themen unter anderem durch Motive der Sehnsucht, Todessehnsucht, Fernweh oder Einsamkeit in der Fremde ausgedrückt. Die äußere Form von romantischer Literatur ist völlig offen. Kein starres Schema grenzt die Literatur ein. Dies steht ganz im Gegensatz zu den strengen Normen der Klassik. In der Romantik entstehen erstmals Sammlungen so genannter Volkspoesie. Bekannte Beispiele dafür sind Grimms Märchen und die Liedersammlung Des Knaben Wunderhorn. Doch bereits direkt nach Erscheinen der Werke wurde die literarische Bearbeitung (Schönung) durch die Autoren kritisiert, die damit ihre Rolle als Chronisten weit hinter sich ließen.

Das vorliegende Gedicht umfasst 113 Wörter. Es baut sich aus 3 Strophen auf und besteht aus 24 Versen. Joseph von Eichendorff ist auch der Autor für Gedichte wie „In Danzig“, „Kurze Fahrt“ und „Lied“. Zum Autor des Gedichtes „Der Tiroler Nachtwache“ liegen auf unserem Portal abi-pur.de weitere 391 Gedichte vor.

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