Die Nonne und der Ritter von Joseph von Eichendorff

Da die Welt zur Ruh gegangen,
Wacht mit Sternen mein Verlangen;
In der Kühle muß ich lauschen,
Wie die Wellen unten rauschen.
 
»Fernher mich die Wellen tragen,
Die ans Land so traurig schlagen
Unter deines Fensters Gitter,
Fraue, kennst du noch den Ritter?«
 
Ist's doch, als ob seltsam' Stimmen
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Durch die lauen Lüfte schwimmen;
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Wieder hat's der Wind genommen
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Ach, mein Herz ist so beklommen!
 
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»Droben liegt dein Schloß verfallen,
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Klagend in den öden Hallen
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Aus dem Grund der Wald mich grüßte
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's war, als ob ich sterben müßte.«
 
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Alte Klänge blühend schreiten!
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Wie aus lang versunknen Zeiten
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Will mich Wehmut noch bescheinen,
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Und ich möcht von Herzen weinen.
 
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Ȇberm Walde blitzt's vom Weiten,
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Wo um Christi Grab sie streiten;
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Dorthin will mein Schiff ich wenden,
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Da wird alles, alles enden!«
 
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Geht ein Schiff, ein Mann stand drinne
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Falsche Nacht, verwirrst die Sinne,
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Welt, ade! Gott woll bewahren,
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Die noch irr im Dunkeln fahren.
Arbeitsblatt zum Gedicht
PDF (25.9 KB)

Details zum Gedicht „Die Nonne und der Ritter“

Anzahl Strophen
7
Anzahl Verse
28
Anzahl Wörter
154
Entstehungsjahr
1788 - 1857
Epoche
Romantik

Gedicht-Analyse

Bei dem vorliegenden Text handelt es sich um das Gedicht „Die Nonne und der Ritter“ des Autors Joseph von Eichendorff. Eichendorff wurde im Jahr 1788 geboren. Das Gedicht ist in der Zeit von 1804 bis 1857 entstanden. Das Gedicht lässt sich an Hand der Entstehungszeit des Gedichtes bzw. von den Lebensdaten des Autors her der Epoche Romantik zuordnen. Bei dem Schriftsteller Eichendorff handelt es sich um einen typischen Vertreter der genannten Epoche.

Die Romantik war eine Epoche der europäischen Literatur, Kunst und Kultur. Sie begann gegen Ende des 18. Jahrhunderts und dauerte in der Literatur bis etwa zur Mitte des 19. Jahrhunderts. Die Frühromantik lässt sich zeitlich bis in das Jahr 1804 einordnen. Die Hochromantik bis 1815 und die Spätromantik bis in das Jahr 1848. Die Welt, die sich durch die einsetzende Verstädterung und Industrialisierung mehr und mehr veränderte, verunsicherte die Menschen. Die Französische Revolution in den Jahren 1789 bis 1799 hatte ebenfalls Auswirkungen auf die Romantik. Bedeutende Motive in der Lyrik der Romantik sind die Ferne und Sehnsucht sowie das Gefühl der Heimatlosigkeit. Andere Motive sind das Fernweh, das Nachtmotiv oder die Todessehnsucht. So symbolisierte die Nacht nicht nur die Dunkelheit, sondern auch das Geheimnisvolle, Mysteriöse und galt als Quelle der Liebe. Merkmale der Romantik sind die Hinwendung zur Natur, die Weltflucht oder der Rückzug in Traumwelten. Insbesondere ist aber auch die Idealisierung des Mittelalters aufzuzeigen. Architektur und Kunst des Mittelalters wurden von den Vertretern der Romantik wieder geschätzt. Strebte die Klassik nach harmonischer Vollendung und gedanklicher Klarheit, so ist die Romantik von einer an den Barock erinnernden Maß- und Regellosigkeit geprägt. Die Romantik begreift die schöpferische Phantasie des Künstlers als unbegrenzt. Dabei baut sie zwar auf die Errungenschaften der Klassik auf. Deren Ziele und Regeln möchte sie aber hinter sich lassen.

Das vorliegende Gedicht umfasst 154 Wörter. Es baut sich aus 7 Strophen auf und besteht aus 28 Versen. Weitere bekannte Gedichte des Autors Joseph von Eichendorff sind „Der Isegrimm“, „Der verliebte Reisende“ und „Die Heimat“. Auf abi-pur.de liegen zum Autor des Gedichtes „Die Nonne und der Ritter“ weitere 391 Gedichte vor.

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