Der Glücksritter von Joseph von Eichendorff

Wenn Fortuna spröde tut,
Laß ich sie in Ruh,
Singe recht und trinke gut,
Und Fortuna kriegt auch Mut,
Setzt sich mit dazu.
 
Doch ich geb mir keine Müh:
"He, noch einer her!"
Kehr den Rücken gegen sie,
Laß hoch leben die und die
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Das verdrießt sie sehr.
 
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Und bald rückt sie sacht zu mir:
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"Hast du deren mehr?"
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Wie Sie sehn. - "Drei Kannen schier,
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und das lauter Klebebier!"
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's wird mir gar nicht schwer.
 
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Drauf sie zu mir lächelt fein:
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"Bist ein ganzer Kerl!"
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Ruft den Kellner, schreit nach Wein,
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Trinkt mir zu und schenkt mir ein,
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Echte Blum und Perl.
 
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Sie bezahlet Wein und Bier,
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Und ich, wieder gut,
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Führe sie am Arm mit mir
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Aus dem Haus, wie'n Kavalier,
25 
Alles zieht den Hut.
Arbeitsblatt zum Gedicht
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Details zum Gedicht „Der Glücksritter“

Anzahl Strophen
5
Anzahl Verse
25
Anzahl Wörter
127
Entstehungsjahr
1788 - 1857
Epoche
Romantik

Gedicht-Analyse

Bei dem vorliegenden Text handelt es sich um das Gedicht „Der Glücksritter“ des Autors Joseph von Eichendorff. Im Jahr 1788 wurde Eichendorff geboren. Im Zeitraum zwischen 1804 und 1857 ist das Gedicht entstanden. Das Gedicht lässt sich an Hand der Entstehungszeit des Gedichtes bzw. von den Lebensdaten des Autors her der Epoche Romantik zuordnen. Der Schriftsteller Eichendorff ist ein typischer Vertreter der genannten Epoche.

Als Romantik wird die Epoche der Kunstgeschichte bezeichnet, deren Ausprägungen sich sowohl in der Literatur, Kunst und Musik als auch in der Philosophie niederschlugen. Die Epoche der Romantik lässt sich vom Ende des 18. Jahrhunderts bis ins späte 19. Jahrhundert verorten. Die literarische Romantik kann darauf aufbauend etwa auf die Jahre 1795 bis 1848 datiert werden. Die Literatur der Romantik (ca. 1795–1848) lässt sich in Frühromantik (bis 1804), Hochromantik (bis 1815) und Spätromantik (bis 1848) aufgliedern. Die Literaturepoche der Romantik entstand in Folge politischer Krisen und gesellschaftlicher Umbrüche. In ganz Europa fand ein Übergang von der feudalen zur bürgerlichen Gesellschaft statt. Gleichzeitig bildete sich ein bürgerliches Selbstbewusstsein heraus. Industrialisierung und technologischer Fortschritt sind prägend für diese Zeit. Die zentralen Motive der Literatur der Romantik sind das Schaurige, Unterbewusste, Fantastische, Leidenschaftliche, Individuelle, Gefühlvolle und Abenteuerliche, welche die Grenzen des Verstandes sprengen und erweitern sollen und sich gegen das bloße Nützlichkeitsdenken sowie die Industrialisierung richten. Die Schriftsteller der Romantik sehnen sich nach der Einheit von Geist und Natur. Ein Hinwenden zum Mittelalter ist erkennbar. So werden Kunst und Architektur dieser vergangenen Zeit geschätzt. Die Missstände des Mittelalters bleiben jedoch unerwähnt. Die Stilepoche kennzeichnet sich vor allem durch offene Formen in Gedichten und Texten. Phantasie ist für Romantiker das Maß aller Dinge. Die Trennung zwischen Wissenschaft und Poesie, zwischen Wirklichkeit und Traum soll durchbrochen werden. Die Romantiker streben eine Verschmelzung von Kunst und Literatur an. Ihr Ziel ist es, alle Lebensbereiche zu poetisieren.

Das 127 Wörter umfassende Gedicht besteht aus 25 Versen mit insgesamt 5 Strophen. Weitere Werke des Dichters Joseph von Eichendorff sind „Der verliebte Reisende“, „Die Heimat“ und „In Danzig“. Zum Autor des Gedichtes „Der Glücksritter“ liegen auf unserem Portal abi-pur.de weitere 391 Gedichte vor.

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