Apoll und Dafne von Ludwig Christoph Heinrich Hölty

Apoll, der gern nach Mädchen schielte,
wie Dichter thun,
sah einst im Thal, wo Schatten kühlte,
die Dafne ruh'n.
 
Er nahte sich mit Stutzertritten,
mit Ach und Oh,
als Dafne schnell mit Zephirschritten
dem Gott entfloh.
 
Sie flog voran; Apollo keuchte
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ihr hitzig nach,
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bis er die Schöne fast erreichte
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am Silberbach.
 
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Da rief sie: Rettet mich, ihr Götter!
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Die Thörin die!
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Zeus winkt und starre Lorbeerblätter
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umfliegen sie.
 
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Ihr Füßchen, sonst so niedlich, wurzelt
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im Boden fest;
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Apollo kömmt herangepurzelt
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und schreyet: Pest!
 
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Dann lehnt er seine Wangen
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ans grüne Holz:
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Jüngst eine Nimfe, sein Verlangen,
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der Nimfen Stolz!
 
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Er girrt ein Weilchen, sinnt, und pflücket
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sich einen Kranz,
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der seine blonden Scheitel schmücket
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bey Spiel und Tanz.
 
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Du arme Dafne! Tausend pflücken
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nun Kränze sich
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von deinen Haaren, sich zu schmücken!
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Du dauerst mich!
 
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Die Krieger und die Dichter zausen
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in deinem Haar,
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wie Stürme, die den Wald durchbrausen!
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Die Köche gar!
 
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Ja, ja, die braunen Köche ziehen
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dir Locken aus,
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zum lieblichen Gewürz der Brühen
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beym Hochzeitsschmaus!
 
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Laßt, Mädchen, euch dieß Beyspiel rühren,
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das Warnung spricht,
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und flieht, solang' euch Reitze zieren
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uns Dichter nicht!
Arbeitsblatt zum Gedicht
PDF (27 KB)

Details zum Gedicht „Apoll und Dafne“

Anzahl Strophen
11
Anzahl Verse
44
Anzahl Wörter
188
Entstehungsjahr
1770
Epoche
Empfindsamkeit

Gedicht-Analyse

Ludwig Christoph Heinrich Hölty ist der Autor des Gedichtes „Apoll und Dafne“. Der Autor Ludwig Christoph Heinrich Hölty wurde 1748 in Mariensee geboren. Die Entstehungszeit des Gedichtes geht auf das Jahr 1770 zurück. Die Entstehungszeit des Gedichtes bzw. die Lebensdaten des Autors lassen eine Zuordnung zur Epoche Empfindsamkeit zu. Bei dem Schriftsteller Hölty handelt es sich um einen typischen Vertreter der genannten Epoche. Das 188 Wörter umfassende Gedicht besteht aus 44 Versen mit insgesamt 11 Strophen. Der Dichter Ludwig Christoph Heinrich Hölty ist auch der Autor für Gedichte wie „Lebenspflichten“. Auf abi-pur.de liegen zum Autor des Gedichtes „Apoll und Dafne“ keine weiteren Gedichte vor.

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