Bekenntnis von Otfried Krzyzanowski
1 |
Um des Geistes Morgenschlummer |
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Aufzuwecken, schreibe ich das Gedicht. |
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Da aus all dem toten Kummer |
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Eine Stimme meinem Glühen Antwort spricht. |
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5 |
Stimme eines schlanken, frohen |
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Mädchens, das kein andres Opfer kennt |
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Als ein Lachen, kühlend: die da lohen |
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Nachtgeborne Flammen, sonst kein Opfer kennt. |
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9 |
Nimm den ewig grünen dunkeln |
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Lorbeer auf dein Haupt, wie Feuer brennt, |
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Berge ragen und die Sterne funkeln: |
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So bekenne: ob man stolz dich nennt. |
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Dem erstummt die Welt und Einsamkeiten |
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Dich im Fragen sternengleich umziehen |
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Wie im Traume, wenn du meinst zu schreiten |
16 |
Über hohe Dächer, Türme hin. |
Details zum Gedicht „Bekenntnis“
Otfried Krzyzanowski
4
16
93
nach 1902
Moderne,
Expressionismus,
Avantgarde / Dadaismus
Gedicht-Analyse
Der Autor dieses Gedichts ist Otfried Krzyzanowski, ein deutschsprachiger Lyriker, der in die Epoche des frühen 20. Jahrhunderts (1886-1918) einzuordnen ist. Er fällt demnach in die Zeit des Symbolismus und Expressionismus, zwei Stilrichtungen, die die Literatur dieser Zeit stark prägten.
Auf den ersten Blick fällt bei diesem Gedicht die tiefe Lyrik und die symbolischen Bilder auf, die der Autor nutzt, um seine Gedanken und Gefühle zu vermitteln.
Das lyrische Ich des Gedichts, vermutlich repräsentiert durch den Dichter selbst, teilt seine Motivation für das Schreiben von Poesie mit. Durch das Schreiben versucht er, den „Geistes Morgenschlummer“ zu erleichtern, seine Gedanken zu ordnen und seine innere Stimme zu finden. Diese Stimme wird als junges Mädchen dargestellt, das nur durch sein Lachen Opfer bringt - ein Bild für die Schönheit und Reinheit seiner Inspiration.
In den weiteren Strophen geht es um die Anerkennung und den Ausdruck des Selbst. Der Dichter nimmt den dunkelgrünen Lorbeer als Symbol für Ruhm und Anerkennung auf und konfrontiert sich mit der Frage, ob ihn die Menschen stolz nennen.
Die letzte Strophe beschreibt eine gewisse Einsamkeit und Isolation. Hier könnte der Dichter seine eigene Position außerhalb der Gesellschaft verdeutlichen - hoch über den Dächern und Türmen, in einem Traumzustand und von der Welt entfremdet.
Inhaltlich verarbeitet Krzyzanowski also Themen wie Inspiration, Identität und Isolation innerhalb der Gesellschaft.
Formal besteht das Gedicht aus vier Strophen mit je vier Versen, was eine gewisse Strenge und Ordnung in der Struktur erkennen lässt. Die Sprache des Gedichts ist sehr bildhaft und symbolreich, was für Krzyzanowskis Schreibstil typisch ist. So verwendet er beispielsweise den „Morgenschlummer“ als Metapher für den noch unklaren, schlafenden Zustand des Geistes, der durch den Schreibprozess geweckt wird.
Zusammengefasst ist „Bekenntnis“ ein Ausdruck von Krzyzanowskis persönlicher Suche nach Inspiration, Identität und Anerkennung innerhalb der Gesellschaft, dargestellt durch kraftvolle, symbolische Sprache und eine strenge formale Anordnung.
Weitere Informationen
Das Gedicht „Bekenntnis“ stammt aus der Feder des Autors bzw. Lyrikers Otfried Krzyzanowski. 1886 wurde Krzyzanowski in Starnberg geboren. In der Zeit von 1902 bis 1918 ist das Gedicht entstanden. In Leipzig ist der Text erschienen. Von der Entstehungszeit des Gedichtes bzw. von den Lebensdaten des Autors her lässt sich das Gedicht den Epochen Moderne, Expressionismus oder Avantgarde / Dadaismus zuordnen. Die Angaben zur Epoche prüfe bitte vor Verwendung auf Richtigkeit. Die Zuordnung der Epochen ist ausschließlich auf zeitlicher Ebene geschehen. Da sich die Literaturepochen zeitlich teilweise überschneiden, ist eine reine zeitliche Zuordnung fehleranfällig. Das Gedicht besteht aus 16 Versen mit insgesamt 4 Strophen und umfasst dabei 93 Worte. Der Dichter Otfried Krzyzanowski ist auch der Autor für Gedichte wie „Abschied“, „Aristogeiton“ und „Ästhetik des Kriegs“. Zum Autor des Gedichtes „Bekenntnis“ liegen auf unserem Portal abi-pur.de weitere 37 Gedichte vor.
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