Flammen von Heinrich Heine

"Wollen sie ihr nicht vorgestellt sein?"
flüsterte mir die Herzogin.
"Beileibe nicht, ich müßt ein Held sein
ihr Anblick schon wirrt mir den Sinn."
 
Das schöne Weib macht mich erbeben!
Es ahnet mit, in ihrer Näh
beginnt für mich ein neues Leben,
mit neuer Lust, mit neuem Weh.
 
Es hält wie Angst mich von ihr ferne,
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es treibt mich Sehnsucht hin zu ihr!
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Wie meine Schicksals wilden Sterne
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erscheinen diese Augen mir.
 
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Die Stirn ist klar. Doch es gewittert
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dahinter schon der künftge Blitz,
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der künftge Sturm, der mich erschüttert
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bis in der Seele tiefsten Sitz.
 
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Der Mund ist fromm. Doch mit Entsetzen
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unter den Rosen seh ich schon
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die Schlangen, die mich einst verletzen
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mit falschem Kuss, mit süßem Hohn.
 
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Die Sehnsucht treibt. - Ich muss mich näh`ren
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dem holden, unheilschwangern Ort
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schon kann ich ihre Stimme hören
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klingende Flammen ist ihr Wort.
 
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Sie fragt: "Monsieur, wie ist der Name
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der Sängerin, die eben sang?"
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Stotternd antworte ich der Dame:
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"Hab nichts gehört von dem Gesang."
Arbeitsblatt zum Gedicht
PDF (25.7 KB)

Details zum Gedicht „Flammen“

Anzahl Strophen
7
Anzahl Verse
28
Anzahl Wörter
168
Entstehungsjahr
1797 - 1856
Epoche
Junges Deutschland & Vormärz

Gedicht-Analyse

Heinrich Heine ist der Autor des Gedichtes „Flammen“. Heine wurde im Jahr 1797 in Düsseldorf geboren. In der Zeit von 1813 bis 1856 ist das Gedicht entstanden. Eine Zuordnung des Gedichtes zur Epoche Junges Deutschland & Vormärz kann auf Grund der Entstehungszeit des Gedichtes bzw. der Lebensdaten des Autors vorgenommen werden. Heine ist ein typischer Vertreter der genannten Epoche. Das 168 Wörter umfassende Gedicht besteht aus 28 Versen mit insgesamt 7 Strophen. Weitere bekannte Gedichte des Autors Heinrich Heine sind „Ach, die Augen sind es wieder“, „Ach, ich sehne mich nach Thränen“ und „Ach, wenn ich nur der Schemel wär’“. Zum Autor des Gedichtes „Flammen“ liegen auf unserem Portal abi-pur.de weitere 529 Gedichte vor.

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