Lied eines deutschen Sängers von Ludwig Uhland

Ich sang in vor'gen Tagen
Der Lieder mancherlei
Von alten frommen Sagen,
Von Minne, Wein und Mai.
Nun ist es ausgesungen,
Es dünkt mir alles Tand;
Der Heerschild ist erklungen,
Der Ruf "Fürs Vaterland!"
 
Man sagt wohl von den Katten:
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Sie legten Erzring' an,
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Bis sie gelöst sich hatten
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Mit einem erschlagnen Mann.
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Ich schlag' den Geist in Bande
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Und werf' an den Mund ein Schloß,
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Bis ich dem Vaterlande
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Gedient als Schwertgenoß.
 
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Und bin ich nicht geboren
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Zu hohem Heldentum,
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Ist mir das Lied erkoren
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Zu Lust und schlichten Ruhm,
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Doch möcht' ich eins erringen
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In diesem heil'gen Krieg:
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Das edle Recht, zu singen
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Des deutschen Volkes Sieg.
Arbeitsblatt zum Gedicht
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Details zum Gedicht „Lied eines deutschen Sängers“

Anzahl Strophen
3
Anzahl Verse
24
Anzahl Wörter
109
Entstehungsjahr
1787 - 1862
Epoche
Romantik

Gedicht-Analyse

Das Gedicht „Lied eines deutschen Sängers“ stammt aus der Feder des Autors bzw. Lyrikers Ludwig Uhland. Im Jahr 1787 wurde Uhland in Tübingen geboren. Die Entstehungszeit des Gedichtes liegt zwischen den Jahren 1803 und 1862. Eine Zuordnung des Gedichtes zur Epoche Romantik kann auf Grund der Entstehungszeit des Gedichtes bzw. der Lebensdaten des Autors vorgenommen werden. Bei Uhland handelt es sich um einen typischen Vertreter der genannten Epoche.

Die Romantik ist eine kulturgeschichtliche Epoche, die vom Ende des 18. Jahrhunderts bis spät in das 19. Jahrhundert hinein andauerte. Insbesondere in den Bereichen der Literatur, Musik oder der bildenden Kunst hatte diese Epoche umfangreiche Auswirkungen. Bis in das Jahr 1804 hinein spricht man in der Literatur von der Frühromantik, bis 1815 von der Hochromantik und bis 1848 von der Spätromantik. Die Zeit der Romantik war für die Menschen in Europa von Umbrüchen geprägt. Die Französische Revolution (beginnend im Jahr 1789) zog weitreichende Folgen für ganz Europa nach sich. Auch der Fortschritt in Wissenschaft und Technik, der den Beginn des industriellen Zeitalters einläutete, verunsicherte die Menschen und prägte die Gesellschaft. Die zentralen Motive der Romantik sind das Schaurige, Unterbewusste, Fantastische, Leidenschaftliche, Individuelle, Gefühlvolle und Abenteuerliche, welche die Grenzen des Verstandes sprengen und erweitern sollen und sich gegen das bloße Nützlichkeitsdenken sowie die Industrialisierung richten. Die romantischen Dichter sehnen sich nach der Einheit von Natur und Geist. Ein Hinwenden zum Mittelalter ist erkennbar. So werden Kunst und Architektur dieser vergangenen Zeit geschätzt. Die Missstände des Mittelalters bleiben jedoch unerwähnt. Die Romantik stellt die Freiheit der Phantasie sowohl über den Inhalt als auch über die Form des Werkes. Eine Konsequenz daraus ist ein Verschwimmen der Grenzen zwischen Lyrik und Epik. Die starren Regeln und Ziele der Klassik werden in der Romantik zurückgelassen. Eine gewisse Maß- und Regellosigkeit in den Werken fällt auf.

Das 109 Wörter umfassende Gedicht besteht aus 24 Versen mit insgesamt 3 Strophen. Die Gedichte „Die Ulme zu Hirsau“, „Das alte, gute Recht“ und „Am 18. Oktober 1816“ sind weitere Werke des Autors Ludwig Uhland. Auf abi-pur.de liegen zum Autor des Gedichtes „Lied eines deutschen Sängers“ weitere 57 Gedichte vor.

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