Der Zug des Todes von Heinrich Seidel

Ueber die Heide bei'm Morgengraun
Wandert ein Zug, gar seltsam zu schaun.
 
Voran der hagre Knochengesell:
Wie tönt seine Glocke hart und grell.
 
Sie schallt über Pfeifen- und Geigengetön
Und durch des Krieges Donnergedröhn.
 
Und wer sie hört, der muss hinteran,
Und sei es Kind, Greis, Weib oder Mann.
 
Ade, du rosiges Jungfräulein!
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Du tanztest heute den letzten Reihn.
 
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Nimm Abschied du junger Kriegesgesell
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Es ist dir schon bereitet die Stell.
 
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Unschuldige Kinderlein ziehen voran,
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Die Alten humpeln hinterdran.
 
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Vorüber unabsehbar viel
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Sie wandern all nach einem Ziel.
 
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Mit Augen gross und starr und weit
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Die schaun schon in die Ewigkeit.
 
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Ueber die Heide bei'm Morgengraun
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Wandert ein Zug gar seltsam zu schaun.
 
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Er wandert, seit die Menschheit besteht,
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Und wandern wird er, bis sie vergeht.
 
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Bis einst die Glocke nicht mehr klingt,
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Kein Baum mehr rauscht, kein Vogel singt.
 
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Bis Erdenlust und Erdenleid
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Versunken in die Ewigkeit.
Arbeitsblatt zum Gedicht
PDF (25.9 KB)

Details zum Gedicht „Der Zug des Todes“

Anzahl Strophen
13
Anzahl Verse
26
Anzahl Wörter
148
Entstehungsjahr
1842 - 1906
Epoche
Realismus,
Naturalismus,
Moderne

Gedicht-Analyse

Bei dem vorliegenden Text handelt es sich um das Gedicht „Der Zug des Todes“ des Autors Heinrich Seidel. Im Jahr 1842 wurde Seidel in Perlin (Mecklenburg-Schwerin) geboren. Die Entstehungszeit des Gedichtes liegt zwischen den Jahren 1858 und 1906. Anhand der Entstehungszeit des Gedichtes bzw. von den Lebensdaten des Autors her kann der Text den Epochen Realismus, Naturalismus oder Moderne zugeordnet werden. Vor Verwendung der Angaben zur Epoche, prüfe bitte die Richtigkeit. Die Zuordnung der Epochen ist ausschließlich auf zeitlicher Ebene geschehen und daher anfällig für Fehler. Das Gedicht besteht aus 26 Versen mit insgesamt 13 Strophen und umfasst dabei 148 Worte. Heinrich Seidel ist auch der Autor für Gedichte wie „Wälder im Walde“, „Die Schwalbe“ und „Winterfliegen“. Auf abi-pur.de liegen zum Autor des Gedichtes „Der Zug des Todes“ weitere 216 Gedichte vor.

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