Nach Schiller von Ludwig Eichrodt

Rauschend in den Katarakt der Wonne
wogt die unbekannte Sonne
des Verlustes seelenvoll dahin;
ew'ge Harmonien wallen über,
in die bodenlosen Freudenzüber
schöpft der Menschen Danaidensinn.
Keine Hoffnung adelt ihren Schaden,
auch der Glückliche fühlt sich beladen
und, den Stachel in der eignen Brust,
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sinkt er abwärts, krank und
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schuldbewußt.
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Durch Getümmel ausgebrannter Krater
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schleicht der Würde schwergeprüfter
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Vater
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zu dem Traum des wandelnden
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Geschlechts;
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der Vergeltung Antwort grüßt die Klage,
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und es schwankt die umgekehrte Waage
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in den Ausdruck eines Totenrechts.
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Ungeläutert aus den Wirklichkeiten
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siehst du das Verhängnis rückwärts
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schreiten,
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in der still verbißnen Schranke starrt
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schon die Zukunft durch die Gegenwart.
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Einstens aber labt den Adamiden
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der Erkenntnis trauter Seelenfrieden,
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und das Urteil bricht sich ab den Zahn;
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jenseits flüstert heimliche Gebärde,
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auf der kummerlosen Vatererde
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schweigt der ungerührte Wahn.
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Welten lodern und Begierden
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schlummern,
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Hermes selbst nimmt sich einen
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krummern,
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einen minder starren Todesstab
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in die Schattenwelt hinab.
Arbeitsblatt zum Gedicht
PDF (26 KB)

Details zum Gedicht „Nach Schiller“

Anzahl Strophen
1
Anzahl Verse
36
Anzahl Wörter
152
Entstehungsjahr
1827 - 1892
Epoche
Biedermeier,
Junges Deutschland & Vormärz,
Realismus

Gedicht-Analyse

Das Gedicht „Nach Schiller“ stammt aus der Feder des Autors bzw. Lyrikers Ludwig Eichrodt. 1827 wurde Eichrodt in Durlach bei Karlsruhe geboren. Im Zeitraum zwischen 1843 und 1892 ist das Gedicht entstanden. Die Entstehungszeit des Gedichtes bzw. die Lebensdaten des Autors lassen eine Zuordnung zu den Epochen Biedermeier, Junges Deutschland & Vormärz, Realismus, Naturalismus oder Moderne zu. Die Richtigkeit der Epochen sollte vor Verwendung geprüft werden. Die Zuordnung der Epochen ist ausschließlich auf zeitlicher Ebene geschehen. Da es keine starren zeitlichen Grenzen bei der Epochenbestimmung gibt, können hierbei Fehler entstehen. Das 152 Wörter umfassende Gedicht besteht aus 36 Versen mit nur einer Strophe. Weitere bekannte Gedichte des Autors Ludwig Eichrodt sind „Grosse Deutsche Literaturballade“, „Ich geh vorbei am Gotteshaus“ und „Abendfriede“. Zum Autor des Gedichtes „Nach Schiller“ liegen auf unserem Portal abi-pur.de keine weiteren Gedichte vor.

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