Die Brünette von Johann Baptist Alxinger

Gesehen, ja gesehn, die göttlichste Brünette,
O Abend, mir ein Wonnefest!
Denn Amor heftete mit untrennbarer Kette
Ihr Bild an meine Seele fest.
 
Die dunkle Schelmenaug; voll von verhaltnem Feuer,
Und fähig zu der Liebe Wuth,
Die Haar, wie Ebenholz, das unterm leichten Schleyer
Des Dünntuchs doppelt Wunder thut.
 
Die Weisse dieser Stirn’, erhöht von Augenbraunen,
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Wie Raben schwarz, wie Seiden fein;
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Dies weiche Kinn, umschwebt von Scherz, von süssen Launen,
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Und von der Liebe Tändeleyn:
 
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Dies Füßchen, nymphenhaft; der Wuchs, o ihn umspannen
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Wär Himmelsfreude! herrlich steht
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Sie unter Mädchen da; wie unter kleinen Tannen
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Die Königin des Waldes steht.
 
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Und, o wenn ihre Hand, hin über dem Klaviere
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So leicht, so küssenswürdig schwebt,
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Wenn, sanfter als der Hauch hinwallender Zephyre,
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Sich ihre Silberstimm’ erhebt.
 
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Weh mir! da pocht mein Herz, da glühet meine Wange,
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Gleich Stürmen treibt es mich herum:
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Hoch drängt sich auf in mir ein inniges Verlangen,
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Doch, ach! mein Auge selbst ist stumm.
 
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Der Boden wanket hin, flieht unter meinen Füssen,
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Und lechzend schwör’ ich, Liebe, dir,
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Nur Einen, Einen nur von dieses Engels Küssen,
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Und o mein Leben nimm dafür!
Arbeitsblatt zum Gedicht
PDF (26.2 KB)

Details zum Gedicht „Die Brünette“

Anzahl Strophen
7
Anzahl Verse
28
Anzahl Wörter
186
Entstehungsjahr
1780
Epoche
Aufklärung,
Empfindsamkeit,
Sturm & Drang

Gedicht-Analyse

Das Gedicht „Die Brünette“ stammt aus der Feder des Autors bzw. Lyrikers Johann Baptist Alxinger. Im Jahr 1755 wurde Alxinger in Wien geboren. 1780 ist das Gedicht entstanden. Halle ist der Erscheinungsort des Textes. Eine Zuordnung des Gedichtes zu den Epochen Aufklärung, Empfindsamkeit oder Sturm & Drang kann auf Grund der Entstehungszeit des Gedichtes bzw. der Lebensdaten des Autors vorgenommen werden. Die Angaben zur Epoche prüfe bitte vor Verwendung auf Richtigkeit. Die Zuordnung der Epochen ist ausschließlich auf zeitlicher Ebene geschehen. Da sich die Literaturepochen zeitlich teilweise überschneiden, ist eine reine zeitliche Zuordnung fehleranfällig. Das Gedicht besteht aus 28 Versen mit insgesamt 7 Strophen und umfasst dabei 186 Worte. Weitere bekannte Gedichte des Autors Johann Baptist Alxinger sind „Kalliopens Gesang von dem Fürsten von Kaunitz-Rittberg dem Künstebeförderer.“, „Morgengebet“ und „An den Freyherrn von Gebler“. Zum Autor des Gedichtes „Die Brünette“ haben wir auf abi-pur.de weitere 23 Gedichte veröffentlicht.

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