Zueignung von Gustav Schwab

In das gelobte Land der Liebe
Hab’ ich nur einen Blick gethan:
Drum ob ich tausend Lieder schriebe,
Sind sie nur alle Traum und Wahn.
 
Ich selbst weiß nicht, was ich gesungen
Von Liebeslust und Liebeslicht;
Es floh mir stammelnd von der Zungen,
Was ich gepriesen, ward mir nicht.
 
Doch Du betrat’st die sel’gen Gränzen,
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Nimm! - Lieb’ um Liebe wurde Dir;
11 
Du kannst entziffern und ergänzen:
12 
Enträths’le meine Lieder mir!
Arbeitsblatt zum Gedicht
PDF (23.8 KB)

Details zum Gedicht „Zueignung“

Anzahl Strophen
3
Anzahl Verse
12
Anzahl Wörter
74
Entstehungsjahr
1828
Epoche
Klassik,
Romantik,
Biedermeier

Gedicht-Analyse

Das präsentierte Gedicht heißt „Zueignung“ und stammt von dem deutschen Schriftsteller Gustav Schwab, der zwischen 1792 und 1850 lebte. Es lässt sich damit zeitlich der Epoche der Romantik zuordnen.

Nach dem ersten Lesen entsteht der Eindruck eines emotionalen und persönlichen Werks. Der Autor scheint von seiner Sehnsucht nach Liebe und deren Unerreichbarkeit zu berichten.

Der Inhalt des Gedichts lässt sich folgendermaßen zusammenfassen: Das lyrische Ich beschreibt seine kurzlebige Erfahrung mit der Liebe: Er hat nur einen kurzen Einblick in die Welt der Liebe erlangt („In das gelobte Land der Liebe/Hab’ ich nur einen Blick gethan“). Obwohl er viele Lieder (Gedichte) geschrieben hat, sind diese alle nur ein Traum und eine Illusion, da er die wahre Liebe noch nicht erfahren hat. Er ist sich sogar unsicher, was er über die Liebe geschrieben hat, da sie sich ihm entzieht („Ich selbst weiß nicht, was ich gesungen/Von Liebeslust und Liebeslicht“). Schließlich spricht er eine andere Person an, die offenbar die wahre Liebe erfahren hat und bittet sie um Hilfe, seine eigenen Lieder zu verstehen und ihre Geheimnisse zu entschlüsseln.

In Bezug auf Form und Sprache fällt auf, dass das Gedicht aus drei Vierzeilern besteht und einen deutlichen Reim aufweist (aabb). Schwab verwendet metaphorische Begriffe, wie „das gelobte Land der Liebe“ und „tausend Lieder“, um seine eigenen Gefühle und den abstrakten Zustand der Liebe zu erklären. Die melancholische und nachdenkliche Tonalität des Gedichts spiegelt die gefühlsmäßige Betroffenheit seines lyrischen Ichs wider.

Insgesamt drückt Schwab durch dieses Gedicht das menschliche Verlangen aus, die Mysterien und Freuden der Liebe zu verstehen, und die Frustration, dies nicht ganz erreichen zu können. Es ist eine Ehrerbietung an die Liebe und gleichzeitig eine Bitte um Hilfe, sie zu verstehen. Es hat auch einen Hauch von Melancholie, unterstrichen durch die Sprache und den Rhythmus des Gedichts.

Weitere Informationen

Gustav Schwab ist der Autor des Gedichtes „Zueignung“. Im Jahr 1792 wurde Schwab in Stuttgart geboren. 1828 ist das Gedicht entstanden. Erschienen ist der Text in Stuttgart und Tübingen. Anhand der Entstehungszeit des Gedichtes bzw. von den Lebensdaten des Autors her kann der Text den Epochen Klassik, Romantik, Biedermeier oder Junges Deutschland & Vormärz zugeordnet werden. Bitte überprüfe unbedingt die Richtigkeit der Angaben zur Epoche bei Verwendung. Die Zuordnung der Epochen ist ausschließlich auf zeitlicher Ebene geschehen. Das Gedicht besteht aus 12 Versen mit insgesamt 3 Strophen und umfasst dabei 74 Worte. Die Gedichte „Schlittenlied“, „Verse auf eine aufgegrabene Burg“ und „Lied eines abziehenden Burschen“ sind weitere Werke des Autors Gustav Schwab. Zum Autor des Gedichtes „Zueignung“ liegen auf unserem Portal abi-pur.de weitere 12 Gedichte vor.

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