Wiegenlied von August Ernst von Steigentesch

Schlummre sanft! des Lebens Morgenröthe,
Des Genusses Augenblick ist dein.
In des Morgenschlummers stille Lethe
Taucht die Kindheit ihre Sorgen ein.
 
Schlummre sanft! Noch ist dein Lächeln heiter,
Da dein Herz noch keine Sorge denkt,
Und der Engel, Unschuld, dein Begleiter
Deiner Kindheit Blumentritte lenkt.
 
Schlummre sanft! Der Täuschung Blüthenträume
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Finden in der Wirklichkeit ihr Grab.
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Deiner Hofnung aufgeblühte Keime
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Streift vielleicht der Sturm des Zufalls ab.
 
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Schlummre sanft, wenn diese Blumen schwinden,
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Unter Dornen scheiden Traum und Wahn,
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Und die stürmeschwarzen Wolken künden
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Unsres Lebens schwülen Mittag an.
 
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Rosen welken, die am Morgen glühten,
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Und des Wemuths trübe Quelle rauscht,
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Wo die Schlange Mißgunst unter Blüthen
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Und der Gram auf weichem Purpur lauscht.
 
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Aber Kind, dann lächle dem Geschicke,
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Dein Bewußtseyn lächle rein wie du,
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Und dein ruhesuchend Auge drücke
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Einst die Hand geprüfter Liehe zu.
Arbeitsblatt zum Gedicht
PDF (24.8 KB)

Details zum Gedicht „Wiegenlied“

Anzahl Strophen
6
Anzahl Verse
24
Anzahl Wörter
137
Entstehungsjahr
1799
Epoche
Klassik,
Romantik

Gedicht-Analyse

Der Autor des Gedichtes „Wiegenlied“ ist August Ernst von Steigentesch. Steigentesch wurde im Jahr 1774 in Hildesheim geboren. 1799 ist das Gedicht entstanden. Der Erscheinungsort ist Tübingen. Eine Zuordnung des Gedichtes zu den Epochen Klassik oder Romantik kann auf Grund der Entstehungszeit des Gedichtes bzw. der Lebensdaten des Autors vorgenommen werden. Vor Verwendung der Angaben zur Epoche, prüfe bitte die Richtigkeit. Die Zuordnung der Epochen ist ausschließlich auf zeitlicher Ebene geschehen und daher anfällig für Fehler. Das 137 Wörter umfassende Gedicht besteht aus 24 Versen mit insgesamt 6 Strophen. Weitere bekannte Gedichte des Autors August Ernst von Steigentesch sind „An mein Reitpferd“, „Erinnerung“ und „Wiegenlied“. Auf abi-pur.de liegen zum Autor des Gedichtes „Wiegenlied“ keine weiteren Gedichte vor.

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