Was Ortrun sprach von Otto Ernst

Gib wie immer deine liebe Hand,
Eh’ ich eintret’ in des Schlummers Land.
Sollst im Dunkel mir zur Seite stehen,
Mit mir durch des Traumes Garten gehen.
 
Sieh, das ist das Süßeste vom Tag,
Daß ich deine Hand noch fassen mag,
Wenn des Tages Ängste von mir sinken
Und des Schlummers milde Schatten winken.
 
„Meine Zuflucht“, klingt in mir ein Wort,
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„Meine Zuflucht“, klingt es immerfort.
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Alle, die dich lieben, die dich hassen,
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Endlich müssen sie dich mir nun lassen.
 
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Deine Hand nur fühl’ ich noch allein;
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Alles andre mag verloren sein.
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Ach, in mancher Nacht war mir’s verliehen,
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Dich im Traum mit mir hinwegzuziehen:
 
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Auf den Lippen noch ein Wort vom Tag –
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Leise dann des Traumes Flügelschlag –:
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Schon mit dir in schweigendem Umschlingen
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Hört’ ich ewig-stumme Sterne singen.
 
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Und in fernen Himmeln noch empfand
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Ich den leisen Druck der teuren Hand,
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Wie ein volles, heiliges Umfassen:
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„Schreite fest, ich will dich nicht verlassen.“
 
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Soll mir deine Hand erhalten sein,
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Tret’ ich gern in jedes Dunkel ein;
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Muß es doch nach allen Schrecken bringen
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Einen Traum, in dem die Sterne singen. –
Arbeitsblatt zum Gedicht
PDF (25.8 KB)

Details zum Gedicht „Was Ortrun sprach“

Autor
Otto Ernst
Anzahl Strophen
7
Anzahl Verse
28
Anzahl Wörter
182
Entstehungsjahr
1907
Epoche
Moderne

Gedicht-Analyse

Der Autor des Gedichtes „Was Ortrun sprach“ ist Otto Ernst. Ernst wurde im Jahr 1862 in Ottensen bei Hamburg geboren. Entstanden ist das Gedicht im Jahr 1907. Der Erscheinungsort ist Leipzig. Eine Zuordnung des Gedichtes zur Epoche Moderne kann aufgrund der Entstehungszeit des Gedichtes bzw. der Lebensdaten des Autors vorgenommen werden. Die Richtigkeit der Epoche sollte vor Verwendung geprüft werden. Die Zuordnung der Epoche ist ausschließlich auf zeitlicher Ebene geschehen. Da es keine starren zeitlichen Grenzen bei der Epochenbestimmung gibt, können hierbei Fehler entstehen. Das vorliegende Gedicht umfasst 182 Wörter. Es baut sich aus 7 Strophen auf und besteht aus 28 Versen. Otto Ernst ist auch der Autor für Gedichte wie „Auf dem Morgengange“, „Auflösung“ und „Aus einer Nacht“. Zum Autor des Gedichtes „Was Ortrun sprach“ haben wir auf abi-pur.de weitere 63 Gedichte veröffentlicht.

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