Vor meiner Stube duftet von Marie Eugenie Delle Grazie
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Vor meiner Stube duftet |
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Ein blüh’nder Rosenstrauch, |
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Und öffne ich die Thüre, |
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Weht ein, weht aus sein Hauch, |
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Sein süß berückender Hauch! |
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Er hat viel heiße Träume |
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In’s Zimmer mir geweht – |
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Und schließ’ ich nun die Augen, |
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Seh’ ich sie früh und spät, |
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Seh’ ich sie früh ach! und spät .... |
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Ihr Rosen und ihr Träume, |
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Du süßer, duft’ger Wahn, |
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Wie habt ihr meinem Herzen |
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So leide doch gethan – |
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O Rosen – Träume und – Wahn! |
Details zum Gedicht „Vor meiner Stube duftet“
3
15
76
1892
Realismus
Gedicht-Analyse
Das Gedicht „Vor meiner Stube duftet“ stammt von der österreichischen Autorin Marie Eugenie Delle Grazie, die von 1864 bis 1931 lebte. Ihre Werke einzuordnen, ist daher in das Zeitfenster des ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts, eine Zeitspanne, die sowohl die Einflüsse der Ära des Naturalismus als auch des Expressionismus beinhaltet.
Dem ersten Eindruck nach handelt es sich um ein zartes, leicht melancholisches Textwerk, in dem tiefe Emotionen und Eindrücke metaphorisch durch die Symbolik eines blühenden Rosenstrauches vermittelt werden, dessen Duft das lyrische Ich in Träume und Sehnsüchte versetzt.
Im Inhalt wird die Interaktion zwischen dem lyrischen Ich und einem blühenden Rosenstrauch vor dessen Stube beschrieben. Der Duft des Rosenstrauchs dringt in die Stube ein und entfacht im lyrischen Ich lebendige und intensive Träume. Diese Träume, vom Rosenstrauch angestoßen, lassen das lyrische Ich nun nicht mehr los und es sieht sie immer wieder, sowohl tagsüber als auch nachts. Dabei zeigt das lyrische Ich eine melancholische und wehmütige Stimmung, da die Rosen und Träume auch Leid verursachen. Hier wird also eine Sehnsucht, möglicherweise nach unerfüllter Liebe, ausgedrückt.
Die Form des Gedichts ist durch drei fünfzeilige Strophen gekennzeichnet. Auf ein strenges Reim- und Metrumschema wird verzichtet, stattdessen wird der Ausdruck durch wiederkehrende Motive, wie den Duft, die Rosen, die Träume und den Schmerz, verstärkt.
Die Sprache des Gedichts ist einfach und klar, gespickt mit Metaphern und bildhaften Vergleichen. Der lyrische Stil des Gedichts wird durch die Verwendung von Pathos und Emotion betont, verstärkt durch die Beschreibung der Sinneswahrnehmungen - vor allem Geruch und Sehen. Die wiederholte Verwendung der Ausrufe „O“ und „ach!“ unterstreicht die starke emotionale Beteiligung des lyrischen Ichs an den geschilderten Gefühlen und Sehnsüchten. Auch der Wechsel zwischen äußeren Beobachtungen und inneren Gefühlen trägt zur Intensität und Emotionalität des Gedichts bei.
Weitere Informationen
Das Gedicht „Vor meiner Stube duftet“ stammt aus der Feder der Autorin bzw. Lyrikerin Marie Eugenie Delle Grazie. Geboren wurde Delle Grazie im Jahr 1864 in Weißkirchen (Bela Crkva). Das Gedicht ist im Jahr 1892 entstanden. Der Erscheinungsort ist Leipzig. Aufgrund der Entstehungszeit des Gedichtes bzw. der Lebensdaten der Autorin kann der Text der Epoche Realismus zugeordnet werden. Bei der Schriftstellerin Delle Grazie handelt es sich um eine typische Vertreterin der genannten Epoche. Das vorliegende Gedicht umfasst 76 Wörter. Es baut sich aus 3 Strophen auf und besteht aus 15 Versen. Weitere Werke der Dichterin Marie Eugenie Delle Grazie sind „Abendsonnenschein“, „Abschied“ und „Addio“. Zur Autorin des Gedichtes „Vor meiner Stube duftet“ liegen auf unserem Portal abi-pur.de weitere 71 Gedichte vor.
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