Vor Jahren waren wir mal entzweit von Wilhelm Busch
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Vor Jahren waren wir mal entzweit |
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Und taten uns manches zum Torte; |
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Wir sagten uns beide zu jener Zeit |
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Viel bitterböse Worte. |
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Drauf haben wir uns ineinander geschickt; |
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Wir schlossen Frieden und haben |
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Die bitterbösen Worte erstickt |
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Und fest und tief begraben. |
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Jetzt ist es wirklich recht fatal, |
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Daß wieder ein Zwist notwendig. |
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O weh! die Worte von dazumal |
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Die werden nun wieder lebendig. |
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Die kommen nun erst in offnen Streit |
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Und fliegen auf alle Dächer; |
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Nun bringen wir sie in Ewigkeit |
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Nicht wieder in ihre Löcher. |
Details zum Gedicht „Vor Jahren waren wir mal entzweit“
Wilhelm Busch
4
16
87
nach 1848
Biedermeier,
Junges Deutschland & Vormärz,
Realismus
Gedicht-Analyse
Das Gedicht „Vor Jahren waren wir mal entzweit“ stammt aus der Feder von Wilhelm Busch, einem der bekanntesten deutschsprachigen Humoristen, Zeichner und Dichter des 19. Jahrhunderts. Eine genaue zeitliche Einordnung ist schwer, da Busch zwischen 1859 und 1908 aktiv war.
Der erste Eindruck des Gedichts ist reich an dunkler Ironie und tiefgehendem Humor. Es vermittelt eine Atmosphäre von Konflikt und Reue, die typisch für die Werke von Wilhelm Busch sind.
Das Gedicht handelt im Wesentlichen von einem Streit zwischen zwei Menschen, möglicherweise Freunden oder Liebenden, der in der Vergangenheit stattgefunden hat. Diese beiden Individuen haben sich in scherzhafter Weise beleidigt und sich gegenseitig verletzt. Sie haben es geschafft, ihren Streit beizulegen und die verwundenden Worte tief zu begraben, um ihrem Frieden willen. Doch mit der Zeit, bedauerlicherweise, wird dieser alte Streit wieder neu entfacht und die alten, schmerzhaften Worte werden wiederbelebt. Sie fliegen nun frei herum und es scheint unmöglich, sie je wieder zu begraben.
Das lyrische Ich könnte hier über einen persönlichen Konflikt sprechen. Interessanterweise könnte es auch auf breitere soziale oder politische Konflikte hinweisen. Es betont den Kreislauf von Konflikten, Vergebung und Wiederaufflammen. Es unterstreicht auch die Macht von Worten und die langfristige Wirkung, die sie haben können.
Form und Sprache des Gedichts sind einfach, aber wirkungsvoll gestaltet. Es besteht aus vier Strophen mit je vier Versen, was eine klare und direkte Form schafft. Die Sprache ist unverstellt und zugänglich, was Busch’s Stil entspricht. Harte, realistische Worte wie „entzweit“, „bitterböse“ und „Zwist“ nehmen einen wesentlichen Teil des Gedichts ein und unterstreichen das Schwerwiegende und Bittere des behandelten Themas.
Das Gedicht insgesamt ist eine starke Darstellung des endlosen Kreislaufs von Streit und Versöhnung, und wie vergangene Konflikte neu entfacht werden können. Dabei zieht Busch geschickt den Leser mit seinem typischen Humor und seiner Ironie in die Handlung.
Weitere Informationen
Bei dem vorliegenden Text handelt es sich um das Gedicht „Vor Jahren waren wir mal entzweit“ des Autors Wilhelm Busch. Busch wurde im Jahr 1832 in Wiedensahl geboren. Im Zeitraum zwischen 1848 und 1908 ist das Gedicht entstanden. Der Erscheinungsort ist Wiesbaden u. Berlin. Die Entstehungszeit des Gedichtes bzw. die Lebensdaten des Autors lassen eine Zuordnung zu den Epochen Biedermeier, Junges Deutschland & Vormärz, Realismus, Naturalismus oder Moderne zu. Vor Verwendung der Angaben zur Epoche prüfe bitte die Richtigkeit. Die Zuordnung der Epochen ist ausschließlich auf zeitlicher Ebene geschehen und daher anfällig für Fehler. Das 87 Wörter umfassende Gedicht besteht aus 16 Versen mit insgesamt 4 Strophen. Weitere bekannte Gedichte des Autors Wilhelm Busch sind „Als Christus der Herr in Garten ging“, „Als er noch krause Locken trug“ und „Also hat es dir gefallen“. Zum Autor des Gedichtes „Vor Jahren waren wir mal entzweit“ liegen auf unserem Portal abi-pur.de weitere 208 Gedichte vor.
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