Volksweise von Rainer Maria Rilke

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Mich rührt so sehr
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böhmischen Volkes Weise,
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schleicht sie ins Herz sich leise,
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macht sie es schwer.
 
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Wenn ein Kind sacht
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singt beim Kartoffeljäten,
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klingt dir sein Lied im späten
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Traum noch der Nacht.
 
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Magst du auch sein
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weit über Land gefahren,
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fällt es dir doch nach Jahren
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stets wieder ein.
Arbeitsblatt zum Gedicht
PDF (23.7 KB)

Details zum Gedicht „Volksweise“

Anzahl Strophen
3
Anzahl Verse
12
Anzahl Wörter
51
Entstehungsjahr
nach 1891
Epoche
Moderne

Gedicht-Analyse

Das Gedicht „Volksweise“ wurde von dem deutschen Lyriker Rainer Maria Rilke verfasst, der von 1875 bis 1926 lebte. Die zeitliche Einordnung des Gedichts lässt sich nicht genau bestimmten, allerdings kann man es in die literarische Epoche des Expressionismus eingliedern, die von 1905 bis 1925 andauerte und in der Rilke tätig war.

Auf den ersten Eindruck wirkt das Gedicht schlicht und doch gefühlvoll. Es vermittelt einen gewissen Hauch von Nostalgie und Heimweh, gepaart mit der Schönheit und Einfachheit des Landlebens.

Im Inhalt dieses Gedichts zeigt sich eine tiefe Verbundenheit des lyrischen Ichs zur bohemischen (today's Tschechien) Volksmusik. Die Melodien rühren das Ich so sehr, dass sie sein Herz schwer machen. Während des Kartoffeljäten singt ein Kind leise und diese gesungene Volksweise prägt sich so tief ins Gedächtnis ein, dass sie sogar in die Träume der Nacht hineinreicht. Selbst Jahre und große Entfernungen können diese Erinnerung nicht verblassen lassen. Sie kehrt immer wieder zurück.

Rilke stellt in diesem Gedicht die emotionale Wirkung der Musik und ihre Verbindung zur Heimat und den Erinnerungen dar. Gleichzeitig zeigt er, wie tief und nachhaltig einfachste ländliche Momente das Bewusstsein prägen können.

Das Gedicht ist in drei Strophen mit jeweils vier Versen gegliedert. Die Sprache ist einfach und klar, die Form durch Reime und den gleichbleibenden Rhythmus sehr einheitlich und symmetrisch. Der regelmäßige Wechsel zwischen Kadenzen erzeugt einen musikalischen Fluss, der die Wirkung des Gedichts unterstreicht.

Rilkes Diktion ist geprägt von einer besonderen Sensibilität, die große emotionale Tiefe vermittelt. Die Worte sind sorgfältig ausgewählt, um die Schönheit und Melancholie der Szene darzustellen. Gleichzeitig bleibt die Sprache des Gedichts bodenständig und bescheiden, was die Ehrlichkeit und Authentizität der dargestellten Emotionen unterstreicht. Zusammen bilden Inhalt, Form und Sprache ein eindringliches Porträt von Erinnerung und Heimatverbundenheit.

Weitere Informationen

Das Gedicht „Volksweise“ stammt aus der Feder des Autors bzw. Lyrikers Rainer Maria Rilke. Rilke wurde im Jahr 1875 in Prag geboren. In der Zeit von 1891 bis 1926 ist das Gedicht entstanden. Frankfurt am Main ist der Erscheinungsort des Textes. Aufgrund der Entstehungszeit des Gedichtes bzw. der Lebensdaten des Autors kann der Text der Epoche Moderne zugeordnet werden. Bei dem Schriftsteller Rilke handelt es sich um einen typischen Vertreter der genannten Epoche. Das vorliegende Gedicht umfasst 51 Wörter. Es baut sich aus 3 Strophen auf und besteht aus 12 Versen. Rainer Maria Rilke ist auch der Autor für Gedichte wie „Abend“, „Abend in Skaane“ und „Absaloms Abfall“. Auf abi-pur.de liegen zum Autor des Gedichtes „Volksweise“ weitere 338 Gedichte vor.

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