Armuth der Sprache von Johann Bernhard Vermehren

Liebe, wer kann sie beschreiben, wer kann die Göttliche schildern?
Sprache hier bist du zu arm, Worte hier seyd ihr zu kalt.
Aber, wenn kühn ein hartes Geschick die Liebenden trennet,
Wenn sich ein furchtbares Meer zwischen die Liebenden stellt,
Wenn sie des Neides Gewalt aus süßen Umarmungen reißet,
Wenn sie der feindliche Raum weiter und weiter entfernt,
Wie verstehn sie sich beid’ in öder, weiter Entfernung,
Wer lehrt beide getreu auch in der Ferne Verein?
Sprache, du bist’s allein, du arme, verachtete Sprache,
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Die den Liebenden Trost in der Entfernung gewährt.
 
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Worte, ihr nur allein, ihr tröpfelt lindernden Balsam,
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Wenn getrennete Lieb’ schmerzende Wunden uns schlägt.
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Gerne vertraut euch jeder, ihr holden Vertrauten der Liebe,
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Gerne gießt er sein Leid euch in den lieblichen Schoos.
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Freundlich kleidet die Armuth dich, du sanftere Sprache,
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Wenn ihr nichts mehr sagt, Worte nie saget ihr mehr.

Details zum Gedicht „Armuth der Sprache“

Anzahl Verse
2
Anzahl Zeilen
16
Anzahl Wörter
145
Entstehungsjahr
1799
Epoche
Klassik,
Romantik

Gedicht-Analyse

Johann Bernhard Vermehren ist der Autor des Gedichtes „Armuth der Sprache“. Im Jahr 1777 wurde Vermehren in Lübeck geboren. Entstanden ist das Gedicht im Jahr 1799. In Tübingen ist der Text erschienen. Auf Grund der Entstehungszeit des Gedichtes bzw. der Lebensdaten des Autoren kann der Text den Epochen Klassik oder Romantik zugeordnet werden. Bei Verwendung der Angaben zur Epoche, prüfe bitte die Richtigkeit der Zurodnung. Die Auswahl der Epochen ist ausschließlich auf zeitlicher Ebene geschehen und muss daher nicht unbedingt richtig sein. Das vorliegende Gedicht umfasst 145 Wörter. Es baut sich aus 2 Versen auf und besteht aus 16 Zeilen. Auf abi-pur.de liegen zum Autoren des Gedichtes „Armuth der Sprache“ keine weiteren Gedichte vor.