Arm Ding von Joachim Ringelnatz

Ich war erwacht und konnte den Morgen nicht grüßen.
Mich drückten Sorgen; die fanden die Menschheit so schlecht.
Ein Schmetterling saß verirrt auf dem Bettrand zu Füßen,
Hielt seine Samt-Flügel-Flächen wagerecht.
Und war so schön und so jung, wie der Morgen,
So rein, wie der Morgen vom Schöpfer gedacht.
Ich trug ihn vors Fenster. – Doch meine Sorgen
Verdämmerten wieder, was in mir erwacht.
 
Mir war Unrecht geschehn. Ich bedauerte mich,
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Empfand mein Leid, ohne daß ich verglich.
 
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Und ein trüber, gelähmter Tag verging.
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Der Abend begann, alles abzuschließen.
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Da lag vor dem Haustor auf schmutzigen Fliesen
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Ein regenzerschlagener Schmetterling. –
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Arm Ding!

Details zum Gedicht „Arm Ding“

Anzahl Verse
3
Anzahl Zeilen
15
Anzahl Wörter
101
Entstehungsjahr
1934
Epoche
Exilliteratur

Gedicht-Analyse

Joachim Ringelnatz ist der Autor des Gedichtes „Arm Ding“. Der Autor Joachim Ringelnatz wurde 1883 in Wurzen geboren. 1934 ist das Gedicht entstanden. Der Erscheinungsort ist Berlin. Eine Zuordnung des Gedichtes zur Epoche Exilliteratur kann auf Grund er Entstehungszeit des Gedichtes bzw. der Lebensdaten des Autoren vorgenommen werden. Bei Verwendung der Angaben zur Epoche, prüfe bitte die Richtigkeit der Zurodnung. Die Auswahl der Epoche ist ausschließlich auf zeitlicher Ebene geschehen und muss daher nicht unbedingt richtig sein. Das vorliegende Gedicht umfasst 101 Wörter. Es baut sich aus 3 Versen auf und besteht aus 15 Zeilen. Die Gedichte „Abschied von Renée“, „Abschiedsworte an Pellka“ und „Afrikanisches Duell“ sind weitere Werke des Autoren Joachim Ringelnatz. Zum Autoren des Gedichtes „Arm Ding“ liegen auf unserem Portal abi-pur.de weitere 560 Gedichte vor.

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