Venus Genetrix von Richard Dehmel

Aller Wunder wundersamstes,
länger trug’s die Seele nicht.
Ihre großen Thränen strömten
über dein und mein Gesicht.
 
„Nur für dich!“ ein Flehn, ein Stammeln
schluchzender Verkündigung;
und mir keimte deine Lilje
aus dem Schooß der Dämmerung.
 
Doch es wuchs, es hob die Blüte
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ihr befeuchtetes Gesicht,
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bis wir ahnten und erkannten,
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daß die Lilje deine nicht.
 
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Denn in meine Welt gehoben,
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dir entwachsen ganz und gar,
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lagen wir in ihrem Kelche,
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mir du, dir du offenbar,
 
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tranken wir mit unserm Munde
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ihre große Trunkenheit,
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hat aus ihrem Seelengrunde
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uns ein stummer Schwur geweiht.
Arbeitsblatt zum Gedicht
PDF (24.3 KB)

Details zum Gedicht „Venus Genetrix“

Anzahl Strophen
5
Anzahl Verse
20
Anzahl Wörter
94
Entstehungsjahr
1893
Epoche
Moderne

Gedicht-Analyse

Richard Dehmel ist der Autor des Gedichtes „Venus Genetrix“. Im Jahr 1863 wurde Dehmel in Wendisch-Hermsdorf, Mark Brandenburg geboren. Die Entstehungszeit des Gedichtes geht auf das Jahr 1893 zurück. München ist der Erscheinungsort des Textes. Auf Grund der Entstehungszeit des Gedichtes bzw. der Lebensdaten des Autors kann der Text der Epoche Moderne zugeordnet werden. Der Schriftsteller Dehmel ist ein typischer Vertreter der genannten Epoche. Das 94 Wörter umfassende Gedicht besteht aus 20 Versen mit insgesamt 5 Strophen. Weitere Werke des Dichters Richard Dehmel sind „Ballade vom Volk“, „Bann“ und „Bastard“. Auf abi-pur.de liegen zum Autor des Gedichtes „Venus Genetrix“ weitere 490 Gedichte vor.

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