Vater Harlekin von Otto Ernst
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Warum ich tanz’ vor meinem Sohn und singe |
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Und wie ein Harlekin Grimassen schneide? |
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Daß einst ein heimlich Lachen ihm gelinge, |
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Wenn er verlassen steht im Lebensleide... |
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Laßt mich nur tanzen und Grimassen schneiden, |
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Daß er ein lächelndes Erinnern habe |
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Und meiner Liebe still sich noch erlabe, |
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Wenn ich versunken längst mit meinen Leiden. |
Details zum Gedicht „Vater Harlekin“
Otto Ernst
2
8
54
1907
Moderne
Gedicht-Analyse
Das Gedicht „Vater Harlekin“ wurde von Otto Ernst, einem deutschen Schriftsteller und Dichter, verfasst, der von 1862 bis 1926 lebte. Dies legt nahe, dass das Gedicht in der Epoche des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts verfasst wurde, einer Zeit, in der Freud und Freude oftmals durch den Schleier der Melancholie gesehen wurden.
Der erste Eindruck des Gedichtes ist ein bitter-süßer, der den Leser sowohl traurig als auch erheitert zurücklässt. Der Vater, das lyrische Ich, wird dargestellt als jemand, der sich bemüht, fröhlich zu sein, obwohl er offensichtlich unter innerem Leid steht.
Von seinem Inhalt her handelt das Gedicht von dem Vater, der vor seinem Sohn tanzend und singend auftritt, um ihm ein Zeichen der Fröhlichkeit und Stärke zu geben - möglicherweise selbst dann, wenn das Leben schwer wird. Die Nutzung der Harlekin-Metapher trägt zum Verständnis dieser Absicht bei, da Harlekine traditionell als fröhliche Narren dargestellt werden. Die Harlekin-Figur könnte auch eine Möglichkeit sein für den Vater, sein Leid zu verbergen und auf diese Weise seinem Sohn eine Art Schutz zu bieten.
Form und Sprache des Gedichtes sind relativ einfach und direkt, mit kurzen und präzisen Versen, die die Aussage des lyrischen Ichs klar hervorheben: Seine Aufgabe als Vater ist es, seinem Sohn ein Beispiel an Lebensfreude zu geben, auch wenn er selbst schwere Zeiten durchlebt. Die Wiederholung des Tanzens und der Grimassen im Gedicht unterstreicht diese Absicht, das ausweglose eigene Leid zu verbergen, und es ist bemerkenswert, dass der Ausdruck „mit meinen Leiden versunken“ den fortlaufenden inneren Kampf des Vaters unterstreicht. Insgesamt ist das Gedicht eine bewegende Darstellung väterlicher Liebe und Verantwortung.
Weitere Informationen
Der Autor des Gedichtes „Vater Harlekin“ ist Otto Ernst. Ernst wurde im Jahr 1862 in Ottensen bei Hamburg geboren. Das Gedicht ist im Jahr 1907 entstanden. Der Erscheinungsort ist Leipzig. Aufgrund der Entstehungszeit des Gedichtes bzw. der Lebensdaten des Autors kann der Text der Epoche Moderne zugeordnet werden. Die Richtigkeit der Epoche sollte vor Verwendung geprüft werden. Die Zuordnung der Epoche ist ausschließlich auf zeitlicher Ebene geschehen. Da es keine starren zeitlichen Grenzen bei der Epochenbestimmung gibt, können hierbei Fehler entstehen. Das 54 Wörter umfassende Gedicht besteht aus 8 Versen mit insgesamt 2 Strophen. Die Gedichte „Allein im Dunkel“, „Alles ist ewig“ und „An einem leisen Bach“ sind weitere Werke des Autors Otto Ernst. Zum Autor des Gedichtes „Vater Harlekin“ haben wir auf abi-pur.de weitere 64 Gedichte veröffentlicht.
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