Use mit dr! von Paul Haller
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Lauf und hau en Stäcke ab; |
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Hänk de Sack an Rugge. |
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Us dr Stadt de Bärge zue! |
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Das vertrybt dr d’Mugge. |
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Lueg, wi’s gruenet ufem Land, |
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Gäl, wie schaffe d’Bure? |
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’S git gottlob no ander Lüt |
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As i dine Mure. |
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Freud und Chraft und fäißi Chüeh, |
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Sure Most im Chratte, |
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Mäitli hinderem Gartehag, |
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Wyber uf de Matte. |
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Obem Dorf de Halde noh |
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Blüehje d’Chuchischälle; |
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Wer di rächten Örtli wäis, |
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Findt e ganzi Wälle. |
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Spring dur ’s Bürgis Risi uf, |
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Wenn d’witt lehre schwitze! |
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Gang no zerst bim Schmid verby, |
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Er söl dr d’Yse spitze! |
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Lueg, di schönste Blüemli stöhnd |
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A de gechste Wäge. |
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Lauf so lang dr Ote längt |
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Und di d’Pföste träge! |
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Z’oberst uf dr Wasserflueh |
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Stoht es Chrüppeltandli. |
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Z’underst uf der Bänkerstroß |
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Lauft es Asper Mandli! |
Details zum Gedicht „Use mit dr!“
Paul Haller
7
28
137
nach 1898
Naturalismus
Gedicht-Analyse
Das Gedicht „Use mit dr!“ stammt von dem Schweizer Schriftsteller Paul Haller, der von 1882 bis 1920 lebte. Somit gehört das Gedicht in die literarische Epoche der Moderne, wobei zu beachten ist, dass es aus der Schweizer Literaturtradition stammt und sich somit nicht zwangsläufig mit den typischen Strömungen und Stilrichtungen dieser Epoche in Deutschland oder anderen Ländern deckt.
Beim ersten Lesen fällt vor allem auf, dass das Gedicht in alemannischer Mundart geschrieben ist, was beim Verstehen einige Schwierigkeiten bereiten könnte, insbesondere für Nicht-Muttersprachler oder Leser, die nicht mit dieser speziellen Form des Schweizerdeutschs vertraut sind.
Inhaltlich scheint das lyrische Ich den Leser dazu aufzurufen, die Stadt zu verlassen und sich in die Natur, genauer gesagt in die Berge zu begeben („Us dr Stadt de Bärge zue!“ – Aus der Stadt zu den Bergen hin!). Es wird darauf hingewiesen, dass es noch andere Menschen gibt, als jene in den Städten, und dass diese Menschen – die Bauern („Bure“) – hart arbeiten. Weiterhin werden die Freuden des Landlebens erwähnt: kraftvolle Kühe, selbstgemachter Apfelwein, junge Frauen und Weiden. Es wird auch auf die Schönheit des Landlebens hingewiesen, vor allem auf die Blumen, die am Straßenrand wachsen.
In Bezug auf die Form des Gedichts ist auffällig, dass es sieben Strophen mit jeweils vier Versen gibt. Der Rhythmus und das Reimschema sind allerdings aufgrund der Mundart und der dadurch bedingten phonetischen Besonderheiten schwer zu erkennen und zu analysieren.
Die Sprache des Gedichts ist charakterisiert durch den Gebrauch der alemannischen Mundart, die für eine sehr bildhafte und expressive Ausdrucksweise sorgt. Zudem erweckt die Sprache den Eindruck von Lebendigkeit und Authentizität, da sie stark an die gesprochene Sprache angelehnt ist und so den Leser direkt anspricht.
Insgesamt scheint das lyrische Ich in diesem Gedicht eine Art Sehnsucht nach der Natur und dem einfachen, unkomplizierten Landleben auszudrücken und den Leser dazu ermutigen zu wollen, sich diesem Lebensstil zumindest zeitweise zu öffnen und die Stadt hinter sich zu lassen.
Weitere Informationen
Paul Haller ist der Autor des Gedichtes „Use mit dr!“. Haller wurde im Jahr 1882 in Rein bei Brugg geboren. Im Zeitraum zwischen 1898 und 1920 ist das Gedicht entstanden. In Aarau ist der Text erschienen. Aufgrund der Entstehungszeit des Gedichtes bzw. der Lebensdaten des Autors kann der Text der Epoche Naturalismus zugeordnet werden. Bei dem Schriftsteller Haller handelt es sich um einen typischen Vertreter der genannten Epoche. Das Gedicht besteht aus 28 Versen mit insgesamt 7 Strophen und umfasst dabei 137 Worte. Die Gedichte „An eine Sängerin“, „Augen“ und „Bei Morcote“ sind weitere Werke des Autors Paul Haller. Auf abi-pur.de liegen zum Autor des Gedichtes „Use mit dr!“ weitere 65 Gedichte vor.
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