Archaïscher Torso Apollos von Rainer Maria Rilke

Wir kannten nicht sein unerhörtes Haupt,
darin die Augenäpfel reiften. Aber
sein Torso glüht noch wie ein Kandelaber,
in dem sein Schauen, nur zurückgeschraubt,
 
sich hält und glänzt. Sonst könnte nicht der Bug
der Brust dich blenden, und im leisen Drehen
der Lenden könnte nicht ein Lächeln gehen
zu jener Mitte, die die Zeugung trug.
 
Sonst stünde dieser Stein entstellt und kurz
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unter der Schultern durchsichtigem Sturz
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und flimmerte nicht so wie Raubtierfelle;
 
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und bräche nicht aus allen seinen Rändern
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aus wie ein Stern: denn da ist keine Stelle,
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die dich nicht sieht. Du mußt dein Leben ändern.

Details zum Gedicht „Archaïscher Torso Apollos“

Anzahl Verse
4
Anzahl Zeilen
14
Anzahl Wörter
98
Entstehungsjahr
1918
Epoche
Moderne

Gedicht-Analyse

Der Autor des Gedichtes „Archaïscher Torso Apollos“ ist Rainer Maria Rilke. Im Jahr 1875 wurde Rilke in Prag geboren. Entstanden ist das Gedicht im Jahr 1918. In Leipzig ist der Text erschienen. Anhand der Entstehungszeit des Gedichtes bzw. von den Lebensdaten des Autoren her kann der Text der Epoche Moderne zugeordnet werden. Der Schriftsteller Rilke ist ein typischer Vertreter der genannten Epoche. Das vorliegende Gedicht umfasst 98 Wörter. Es baut sich aus 4 Versen auf und besteht aus 14 Zeilen. Rainer Maria Rilke ist auch der Autor für Gedichte wie „Adam“, „Advent“ und „Allerseelen“. Zum Autoren des Gedichtes „Archaïscher Torso Apollos“ haben wir auf abi-pur.de weitere 337 Gedichte veröffentlicht.

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