Unter der Linden von Ludwig Uhland
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Unter der Linden, an der Heide, |
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Da unser Zweier Bette was, |
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Da möget ihr noch finden, schöne beide, |
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Gebrochen Blumen unde Gras, |
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Vor dem Walde, in einem Thal, |
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Tandaradai! |
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Schöne sang die Nachtigall. |
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Ich kam gegangen zu der Aue, |
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Da war mein Friedel kommen eh’. |
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Da ward ich empfangen, hehre Fraue! |
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Daß ich bin selig immermeh. |
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Er küßte mich wohl tausendstund, |
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Tandaradai! |
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Seht, wie roth mir ist der Mund! |
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Da hatt’ er gemachet, also reiche, |
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Von Blumen eine Bettestatt. |
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Des wird noch gelachet, innigliche, |
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Kommt Jemand an denselben Pfad; |
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Bei den Rosen er wohl mag – |
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Tandaradai! |
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Merken, wo das Haupt mir lag. |
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Daß wir da lagen, wüßt’ es Jemand, |
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Das hüte Gott! so schämt’ ich mich. |
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Wes wir da pflagen, nimmer Niemand |
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Befinde das, denn er und ich |
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Und ein kleines Vögelein! |
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Tandaradai! |
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Das mag wohl getreue seyn. |
Details zum Gedicht „Unter der Linden“
Ludwig Uhland
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Anfang 13. Jahrhundert (mittelhochdeutsche Vorlage)
Romantik
Gedicht-Analyse
Der Autor des Gedichts „Unter der Linden“ ist Ludwig Uhland, ein deutscher Dichter, der von 1787 bis 1862 lebte. Das Gedicht gehört also zu der Epoche der Romantik, die vom ausgehenden 18. Jahrhundert bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts reichte.
Das Gedicht hinterlässt beim ersten Lesen einen romantischen und liebevollen Eindruck. Es erzählt die Geschichte einer heimlichen Liebe in der Natur, unter der Linde, die von der übergreifenden Schönheit und Privatsphäre des Ortes geschützt ist.
Die Schilderungen des lyrischen Ichs vermitteln eine Szene intimer Zweisamkeit. Sie erzählt von dem gemeinsamen Treffen mit ihrem Geliebten an einem geheimen Ort, wo sie von niemandem gestört werden können. Sie gibt an, dass sie hofft, dass niemand anderes davon erfährt und dass nur sie, ihr Geliebter und ein kleiner Vogel, der Symbol für Vertrauen und Geheimhaltung steht, von diesen Treffen wissen.
Formal besteht das Gedicht aus vier siebenzeiligen Strophen mit einem immer wiederkehrenden Refrain in Form des Wortes „Tandaradai“, das als Lautmalerei für den Gesang der Nachtigall und als Zeichen der lebendigen Natur interpretiert werden kann. Der Rhythmus und die Metrik des Gedichts sind regelmäßig, was zur romantischen und harmonischen Atmosphäre beiträgt.
Die Sprache des Gedichts ist reich an Metaphern und allegorischen Bildern. Die wiederholte Nutzung von Naturbildern und der Verweis auf eine Nachtigall legen nahe, dass das lyrisische Ich den Leser in eine natürliche und friedliche Umgebung entführen möchte. Auch deutet die Erwähnung der Linde und der Heide auf die Romantisierung der Natur in der Epoche hin. Die Farbe Rot, die im Zusammenhang mit den Lippen des lyrischen Ichs erwähnt wird, symbolisiert die Leidenschaft und Liebe, die zwischen den beiden Protagonisten existiert.
Zusammenfassend ist „Unter der Linden“ ein romantisches Gedicht, das eine intime Beziehung zwischen zwei Liebenden schildert und die geheimen Momente, die sie in der Schönheit und Ruhe der Natur teilen. Die Verwendung von Metaphern und Naturbildern, zusammen mit dem regelmäßigen Rhythmus und der einfachen Sprache, unterstreicht die Romantik und Schönheit der dargestellten Szene.
Weitere Informationen
Der Autor des Gedichtes „Unter der Linden“ ist Ludwig Uhland. Uhland wurde im Jahr 1787 in Tübingen geboren. Im Jahr 13 ist das Gedicht entstanden. Stuttgart und Tübingen ist der Erscheinungsort des Textes. Anhand der Entstehungszeit des Gedichtes bzw. von den Lebensdaten des Autors her kann der Text der Epoche Romantik zugeordnet werden. Uhland ist ein typischer Vertreter der genannten Epoche.
Die Romantik ist eine Epoche der Kunstgeschichte, die vom Ende des 18. Jahrhunderts bis ins späte 19. Jahrhundert hinein die Literatur, Musik, Kunst und Philosophie prägte. Auf die Literatur beschränkt betrachtet reichen die Auswirkungen der Epoche lediglich bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts hinein. Bis in das Jahr 1804 hinein spricht man in der Literatur von der Frühromantik, bis 1815 von der Hochromantik und bis 1848 von der Spätromantik. Die Zeit der Romantik war für die Menschen in Europa von Umbrüchen geprägt. Die Französische Revolution (beginnend im Jahr 1789) zog weitreichende Folgen für ganz Europa nach sich. Auch der Fortschritt in Technik und Wissenschaft, der den Beginn des industriellen Zeitalters einläutete, verunsicherte die Menschen und prägte die Gesellschaft. In der Romantik finden sich unterschiedliche charakteristische Motivkreise. Sehnsucht und Liebe (Blaue Blume) oder das Unheimliche (Spiegelmotiv) sind bedeutende zu benennende Motive. Aber auch politische Motive wie Weltflucht, Nationalismus und Gesellschaftskritik lassen sich aufzeigen. Das Mittelalter gilt bei den Romantikern als Ideal und wird verherrlicht. Übel und Missstände des Mittelalters bleiben unbeachtet. Die Romantik stellt die Freiheit der Phantasie sowohl über die Form als auch über den Inhalt des Werkes. Eine Konsequenz daraus ist ein Verschwimmen der Grenzen zwischen Lyrik und Epik. Die starren Regeln und Ziele der Klassik werden in der Romantik zurückgelassen. Eine gewisse Maß- und Regellosigkeit in den Werken ist zu beobachten.
Das 138 Wörter umfassende Gedicht besteht aus 28 Versen mit insgesamt 4 Strophen. Die Gedichte „Auf den Tod eines Kindes“, „Das Schifflein“ und „Der blinde König“ sind weitere Werke des Autors Ludwig Uhland. Zum Autor des Gedichtes „Unter der Linden“ liegen auf unserem Portal abi-pur.de weitere 57 Gedichte vor.
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- Die Ulme zu Hirsau
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- Am 18. Oktober 1816
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Zum Autor Ludwig Uhland sind auf abi-pur.de 57 Dokumente veröffentlicht. Alle Gedichte finden sich auf der Übersichtsseite des Autors.
