Unter der Linde von Wolrad Eigenbrodt

Unter der Linden
Auf der Heide,
Da unser beider Bette war,
Da könnt ihr finden
Augenweide:
Geknickt das Gras und der Blumen Schar.
Vor dem Wald mit süßem Schall,
Tandaradei!
Sang im Thal die Nachtigall.
 
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Ich kam gegangen
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Zu der Aue;
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Dort harrte schon der Liebste mein.
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Da ward ich empfangen –
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Heilige Fraue! –
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Daß ich allzeit muß selig sein.
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Küßte er mich? Er wards nicht müd!
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Tandaradei!
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Sehet, wie der Mund mir glüht!
 
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Er hatte gemachet
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So reich und minnig
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Von Blumen eine Ruhestatt.
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Des wird noch gelachet
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Wohl herzinnig,
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Kommt jemand über diesen Pfad.
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An den Rosen er wohl mag –
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Tandaradei!
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Merken, wo das Haupt mir lag.
 
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Wie wir selig lagen,
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Wüßte es Einer,
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(Verhüt es Gott!) so schämt ich mich.
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Welch ein Spiel wir pflagen,
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Keiner, keiner
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Erfahre das, denn er und ich,
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Und ein kleines Vögelein –
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Tandaradei!
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Das wird wohl verschwiegen sein.
Arbeitsblatt zum Gedicht
PDF (25.7 KB)

Details zum Gedicht „Unter der Linde“

Anzahl Strophen
4
Anzahl Verse
36
Anzahl Wörter
145
Entstehungsjahr
1898
Epoche
Naturalismus,
Moderne

Gedicht-Analyse

Der Autor des Gedichtes „Unter der Linde“ ist Wolrad Eigenbrodt. 1860 wurde Eigenbrodt in Koblenz geboren. Das Gedicht ist im Jahr 1898 entstanden. Der Erscheinungsort ist Halle a. S.. Eine Zuordnung des Gedichtes zu den Epochen Naturalismus oder Moderne kann auf Grund der Entstehungszeit des Gedichtes bzw. der Lebensdaten des Autors vorgenommen werden. Die Richtigkeit der Epochen sollte vor Verwendung geprüft werden. Die Zuordnung der Epochen ist ausschließlich auf zeitlicher Ebene geschehen. Da es keine starren zeitlichen Grenzen bei der Epochenbestimmung gibt, können hierbei Fehler entstehen. Das Gedicht besteht aus 36 Versen mit insgesamt 4 Strophen und umfasst dabei 145 Worte. Zum Autor des Gedichtes „Unter der Linde“ haben wir auf abi-pur.de keine weiteren Gedichte veröffentlicht.

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