April von Georg Heym

Das erste Grün der Saat, von Regen feucht,
Zieht weit sich hin an niedrer Hügel Flucht.
Zwei große Krähen flattern aufgescheucht
Zu braunem Dorngebüsch in grüner Schlucht.
 
Wie auf der stillen See ein Wölkchen steht,
So ruhn die Berge hinten in dem Blau,
Auf die ein feiner Regen niedergeht,
Wie Silberschleier, dünn und zitternd grau.
Arbeitsblatt zum Gedicht
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Details zum Gedicht „April“

Autor
Georg Heym
Anzahl Strophen
2
Anzahl Verse
8
Anzahl Wörter
55
Entstehungsjahr
1911
Epoche
Expressionismus

Gedicht-Analyse

Das Gedicht „April“ wurde von Georg Heym verfasst, der ein deutscher Schriftsteller der literarischen Strömung des Expressionismus war. Heym wurde 1887 geboren und starb 1912, daher lässt sich das Gedicht in die Zeit des frühen 20. Jahrhunderts einordnen.

Auf den ersten Eindruck wirkt das Gedicht ruhig und besonnen. Es scheint, die bloße Beobachtung und Beschreibung der Natur im Frühling, genauer gesagt im April, zu sein. Dem Leser wird eine Szenerie präsentiert, in der das erste Grün der Saat nach einem Regen, Krähen und eine grüne Schlucht, Berge und ein feiner Regen zu erkennen sind. Die Stimmung des Gedichts ist friedlich, jedoch nicht ungetrübt, vermittelt durch die düsteren Krähen und den grauen, zitternden Regen.

Inhaltlich illustriert das lyrische Ich die überwältigende, jedoch ruhige Schönheit der Natur während des Frühlings. Es zeigt die Regeneration der Natur, symbolisiert durch das erste Grün der Saat, und gleichzeitig ihre Wildheit, repräsentiert durch die großen, aufgescheuchten Krähen. Es könnte interpretiert werden, dass das lyrische Ich die Gleichgültigkeit der Natur gegenüber menschlichen Belangen betont. Die Natur folgt ihren eigenen Rhythmen und Zyklen, unabhängig von menschlichen Einflüssen oder Wünschen.

Das Gedicht folgt keiner festen Reimstruktur, und auch das Metrum variiert. Der rhythmische Klang scheint eher der natürlichen Betonung der Sprache zu folgen als einer strengen, formellen Regel. Durch diese Wahl betont der Autor die Authentizität und Direktheit der Natur, die er beobachtet. Die Sprache des Gedichts ist einfach und anschaulich, aber gleichzeitig suggestiv und metaphorisch. Heym benutzt Bilder und Symbole, um die Stimmung zu kreieren und eine Botschaft zu übermitteln, während er gleichzeitig eine genaue, lebendige Beschreibung der Natur liefert. So schafft er eine poetische Landschaft, die gleichzeitig realistisch und symbolträchtig ist.

Weitere Informationen

Das Gedicht „April“ stammt aus der Feder des Autors bzw. Lyrikers Georg Heym. Der Autor Georg Heym wurde 1887 in Hirschberg geboren. Entstanden ist das Gedicht im Jahr 1911. Erschienen ist der Text in Leipzig. Eine Zuordnung des Gedichtes zur Epoche Expressionismus kann aufgrund der Entstehungszeit des Gedichtes bzw. der Lebensdaten des Autors vorgenommen werden. Der Schriftsteller Heym ist ein typischer Vertreter der genannten Epoche. Das vorliegende Gedicht umfasst 55 Wörter. Es baut sich aus 2 Strophen auf und besteht aus 8 Versen. Der Dichter Georg Heym ist auch der Autor für Gedichte wie „Berlin III“, „Bist Du nun tot?“ und „Columbus“. Zum Autor des Gedichtes „April“ haben wir auf abi-pur.de weitere 79 Gedichte veröffentlicht.

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