Unsere Toten von Heinrich Kämpchen
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Und müßt ihr kämpfen auch den bittern, harben, |
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Den Daseinskampf in Mühen und Beschwerden, |
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Vergeßt die treuen Toten nicht, sie starben |
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Für euch, damit es besser sollte werden. |
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Und wieder sollt’ ihr heute es geloben – |
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Der Märzwind spielt um ihrer Gräber Borden: |
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Wir wanken nicht, trotz aller Stürme Toben! |
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Wir kämpfen fort, bis Freie wir geworden! |
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Und tragt ihr Kränze heut’ und Purpurschleifen |
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Zum Friedrichshain, zu den geweihten Grüften, |
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Ihr müßt die Kugeln dabei hören pfeifen, |
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Von achtundvierzig, in den Märzenlüften. |
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Denn nicht nach Kränzen, Sprüchen und Emblemen |
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Steht unsrer Toten brünstiges Begehren – |
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Ihr sollt dem Feinde seine Schanzen nehmen |
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Und männiglich der Gegner euch erwehren. |
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Bekämpfen sollt ihr wachsam jede Rüstung, |
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Bringt sie dem Wohl des Volkes nicht Gedeihen, |
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Vor allem aber trotzen der Gelüstung |
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Des Bruderkampfes in den eig’nen Reihen. |
Details zum Gedicht „Unsere Toten“
Heinrich Kämpchen
5
20
133
1909
Moderne
Gedicht-Analyse
Der Autor des Gedichts ist Heinrich Kämpchen, der von 1847 bis 1912 lebte. Das Gedicht ist wahrscheinlich um das Ende des 19. oder Anfang des 20. Jahrhunderts entstanden.
Beim ersten Eindruck wird ein Emotionalität und Ernsthaftigkeit erzeugt. Immer wieder wird klar, auf das Gedenken und den Respekt für die Toten hingewiesen. Man könnte daraus schließen, dass es sich bei den Toten um Personen handelt, die für eine Art Revolution gekämpft haben.
Inhaltlich geht es um das Gedenken an die Toten, die für eine bessere Zukunft gekämpft haben. Das lyrische Ich erinnert daran, dass diese Menschen ihr Leben für die Freiheit geopfert haben und fordert die Leser auf, das Erbe dieser Toten weiterzuführen und selbst für ihre Rechte zu kämpfen. Es wird dabei auch vor inneren Konflikten gewarnt, die vermutlich das Erreichen des Ziels der Freiheit behindern könnten.
In Bezug auf die Form lässt sich erkennen, dass das Gedicht in fünf Strophen mit jeweils vier Versen gegliedert ist. Der Reim folgt keinem fest vorgegebenen Schema. Die Sprache wirkt veraltet, was womöglich daran liegt, dass das Gedicht bereits über ein Jahrhundert alt ist. Sie ist in ihrer Ausdrucksweise sehr bildhaft und suggestiv. Das Gedicht verwendet kraftvolle und teils martialische Worte und Bilder, was den ernsthaften Charakter des Gedichts unterstreicht. Es wird eine Atmosphäre des Kampfes, der Entschlossenheit und des Opfers erzeugt, um das Ziel der Freiheit zu erreichen.
Die Botschaft des Gedichts ist klar: Gedenken an die Toten reicht nicht aus. Stattdessen fordert das lyrische Ich dazu auf, das Erbe der Gestorbenen weiterzutragen, für individuelle und kollektive Freiheit einzutreten und inneren Konflikten, die dabei auftreten könnten, entschlossen entgegenzutreten. Es ist auch eine Aufforderung zum Kampf gegen Ungerechtigkeit und Unterdrückung.
Weitere Informationen
Das Gedicht „Unsere Toten“ stammt aus der Feder des Autors bzw. Lyrikers Heinrich Kämpchen. 1847 wurde Kämpchen in Altendorf an der Ruhr geboren. Entstanden ist das Gedicht im Jahr 1909. In Bochum ist der Text erschienen. Die Entstehungszeit des Gedichtes bzw. die Lebensdaten des Autors lassen eine Zuordnung zur Epoche Moderne zu. Vor Verwendung der Angaben zur Epoche prüfe bitte die Richtigkeit. Die Zuordnung der Epoche ist ausschließlich auf zeitlicher Ebene geschehen und daher anfällig für Fehler. Das vorliegende Gedicht umfasst 133 Wörter. Es baut sich aus 5 Strophen auf und besteht aus 20 Versen. Der Dichter Heinrich Kämpchen ist auch der Autor für Gedichte wie „Am Weinfelder Maar“, „Am goldenen Sonntag“ und „An Annette von Droste-Hülshoff“. Zum Autor des Gedichtes „Unsere Toten“ liegen auf unserem Portal abi-pur.de weitere 165 Gedichte vor.
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