Um eine Hoffnung ärmer von Otto Ernst
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Betratst du je ein Haus |
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Mit hoffendem Verlangen |
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Und bist von dannen drauf |
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Gesenkten Blicks gegangen, |
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Um eine Hoffnung ärmer? |
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Wie anders schien die Welt |
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Auf deinem ersten Gange, |
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Als da du kehrst zurück |
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Mit sorgenbleicher Wange, |
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Um eine Hoffnung ärmer! |
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Wie bohren sich ins Hirn |
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Die heißen Sonnenstrahlen! |
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Wie bebt das kranke Herz |
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In wilden Fieberqualen, |
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Um eine Hoffnung ärmer! |
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Zerreißend dringt ins Ohr |
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Der Straßen Lärmgewühle – |
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Ach, daß du könntest ruhn, |
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Das Haupt auf weichen Pfühle – |
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Um eine Hoffnung ärmer! |
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Ach, daß das schwere Herz |
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Der Tränen sich entlüde! |
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Geduld! Noch kurzen Weg! – |
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Wie wandelst du so müde, |
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Um eine Hoffnung ärmer! |
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Da endlich winkt das Heim … |
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Wohin sollst du dich wenden? |
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Aus allem Winkeln raunt’s |
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Und von den düstern Wänden: |
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„Um eine Hoffnung ärmer!“ |
Details zum Gedicht „Um eine Hoffnung ärmer“
Otto Ernst
6
30
128
1907
Moderne
Gedicht-Analyse
Das Gedicht „Um eine Hoffnung ärmer“ wurde von Otto Ernst verfasst, einem deutschen Schriftsteller, der von 1862 bis 1926 lebte. Die Zeitspanne der Veröffentlichung des Gedichts liegt daher wahrscheinlich Ende des 19. Jahrhunderts oder Anfang des 20. Jahrhunderts.
Beim ersten Lesen des Gedichts fällt auf, dass es von Verlust und Negativität geprägt ist. Die ständige Wiederholung des Ausdrucks „Um eine Hoffnung ärmer“ unterstreicht diese Stimmung und deutet auf eine tiefe Enttäuschung oder Traurigkeit hin, die das lyrische Ich empfindet.
Inhaltlich beschreibt das lyrische Ich seine Erfahrung, ein Haus mit hohen Erwartungen zu betreten, nur um anschließend enttäuscht und mit gesenktem Blick wieder herauszukommen. Während des gesamten Gedichts wird seine Welt immer deprimierender und belastender dargestellt, mit Bildern von körperlicher und emotionaler Erschöpfung und Schmerz. Dabei ist die Phrase „Um eine Hoffnung ärmer“ sowohl eine Wiederholung als auch eine Art Refrain, der ständig betont, dass das lyrische Ich durch seine Erfahrung eine seiner Hoffnungen verloren hat.
Formell folgt das Gedicht einer klaren Struktur mit sechs Strophen, die jeweils aus fünf Versen bestehen. Dieses regelmäßige Muster, zusammen mit der konsequenten Verwendung von Metren und Reimen, kontrastiert stark mit dem chaotischen und tumultartigen Inhalt der Gedichte und erzeugt ein Gefühl von Unbehagen beim Leser.
In Bezug auf die Sprache ist das Gedicht reich an metaphorischen und bildhaften Ausdrücken, die das Leid und die Verzweiflung des lyrischen Ichs verdeutlichen. Insbesondere verwenden sie Ausdrücke wie „sorgenbleiche Wange“, „wilden Fieberqualen“ und „Straßen Lärmgewühle“, um die damit verbundenen negativen Emotionen und körperlichen Zustände zu vermitteln.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass „Um eine Hoffnung ärmer“ ein sehr emotionales und empfindungsreiches Gedicht ist, das die Themen Verlust und Enttäuschung auf beeindruckende Weise behandelt. Die Kombination einer strukturierten Form mit intensiver und bildhafter Sprache macht es zu einem bemerkenswerten Stück Lyrik.
Weitere Informationen
Bei dem vorliegenden Text handelt es sich um das Gedicht „Um eine Hoffnung ärmer“ des Autors Otto Ernst. Der Autor Otto Ernst wurde 1862 in Ottensen bei Hamburg geboren. Entstanden ist das Gedicht im Jahr 1907. Der Erscheinungsort ist Leipzig. Aufgrund der Entstehungszeit des Gedichtes bzw. der Lebensdaten des Autors kann der Text der Epoche Moderne zugeordnet werden. Die Zuordnung der Epoche ist ausschließlich auf zeitlicher Basis geschehen. Bitte überprüfe unbedingt die Richtigkeit der Angaben bei Verwendung. Das Gedicht besteht aus 30 Versen mit insgesamt 6 Strophen und umfasst dabei 128 Worte. Die Gedichte „Blühendes Glück“, „Chidhr“ und „Das Gesicht der Wahrheit“ sind weitere Werke des Autors Otto Ernst. Auf abi-pur.de liegen zum Autor des Gedichtes „Um eine Hoffnung ärmer“ weitere 64 Gedichte vor.
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Zum Autor Otto Ernst sind auf abi-pur.de 64 Dokumente veröffentlicht. Alle Gedichte finden sich auf der Übersichtsseite des Autors.
