Um Dich von Theodor Fontane

1 
Storch und Schwalbe sind gekommen,
2 
Veilchen auch, die blauen frommen
3 
Frühlingsaugen grüßen mich;
4 
Aber hin an Lenz und Leben
5 
Zieh in Bangen ich und Beben –
6 
Um Dich.
 
7 
Ach, um Dich! und doch ich fühle,
8 
Träte jetzt die Todeskühle
9 
An mein Herz, und riefe mich,
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Wie ein Kind dann, unter Jammern
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Würd’ ich mich an’s Leben klammern –
12 
Um Dich.
Arbeitsblatt zum Gedicht
PDF (23.7 KB)

Details zum Gedicht „Um Dich“

Anzahl Strophen
2
Anzahl Verse
12
Anzahl Wörter
59
Entstehungsjahr
1851
Epoche
Realismus

Gedicht-Analyse

Das vorliegende Gedicht mit dem Titel „Um Dich“ stammt von dem deutschen Schriftsteller Theodor Fontane, der im Zeitraum von Dezember 1819 bis September 1898 lebte. Dadurch lässt sich das Gedicht dem 19. Jahrhundert und der literarischen Epoche des Realismus zuordnen.

Beim ersten Lesen fällt auf, dass das lyrische Ich durch ein starkes Gefühl der Sehnsucht und Sorge gekennzeichnet ist, das sich an eine nicht näher bestimmte Person richtet - um diese Person dreht sich das gesamte Gedicht, was auch im Titel betont wird.

Inhaltlich geht es in dem Gedicht darum, dass das lyrische Ich sich in einer Phase des Übergangs und der Unsicherheit befindet. Der Frühling, symbolisiert durch Störche und Schwalben sowie die Veilchen, wird als positive, lebendige Zeit dargestellt. Das lyrische Ich jedoch empfindet trotz dieser positiven Begleiterscheinungen des Frühlings Angst und Bangen. Es scheint, dass die Existenz der angesprochenen Person für das lyrische Ich von zentraler Bedeutung ist, da es trotz seiner Ängste und Sorgen bereit ist, am Leben zu bleiben, „um Dich“.

Im Hinblick auf die Form besteht das Gedicht aus zwei Strophen, die jeweils sechs Verse umfassen. Die Versform ist durchgängig vierhebig, es ergibt sich also ein abwechselnder Rhythmus, der durch die regelmäßige Abfolge von betonten und unbetonten Silben entsteht. Dieser Wechsel wird auch als Jambus bezeichnet.

Die Sprache des Gedichts ist verständlich und in der alltäglichen Umgangssprache verankert, was typisch für die realistische Epoche ist. Es werden einfache Worte und klare Bilder verwendet, um die Gefühle des lyrischen Ichs zum Ausdruck zu bringen. Gleichzeitig sind die Sätze syntaktisch relativ komplex aufgebaut, was die inneren Konflikte und Zerrissenheit des lyrischen Ichs widerspiegeln könnte.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Theodor Fontanes Gedicht „Um Dich“ das intensive Gefühl der Zuneigung zu einer anderen Person und die damit verbundenen Ängste und Sorgen in eindrucksvoller Weise beschreibt. Durch den Kontrast zwischen der positiven Symbolik des Frühlings und den negativen Emotionen des lyrischen Ichs wird die Dramatik dieser Gefühle noch verstärkt.

Weitere Informationen

Theodor Fontane ist der Autor des Gedichtes „Um Dich“. 1819 wurde Fontane in Neuruppin geboren. Das Gedicht ist im Jahr 1851 entstanden. Erschienen ist der Text in Berlin. Eine Zuordnung des Gedichtes zur Epoche Realismus kann aufgrund der Entstehungszeit des Gedichtes bzw. der Lebensdaten des Autors vorgenommen werden. Bei Fontane handelt es sich um einen typischen Vertreter der genannten Epoche. Das 59 Wörter umfassende Gedicht besteht aus 12 Versen mit insgesamt 2 Strophen. Der Dichter Theodor Fontane ist auch der Autor für Gedichte wie „An Marie“, „An meinem Fünfundsiebzigsten“ und „Auf der Treppe von Sanssouci“. Zum Autor des Gedichtes „Um Dich“ haben wir auf abi-pur.de weitere 214 Gedichte veröffentlicht.

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