Anwandlung von Frank Wedekind

Wüßtest du, Mädchen, wie das tut,
Wenn dein Arm in dem seinen ruht,
Wenn du an seiner Seite hin
Wandelst in weltbeglückendem Sinn!
Wüßtest du, wie mich der Anblick foltert,
Wie mir der Wunsch in der Seele brennt:
Käm’ doch das himmlische Firmament
Über euch Beide heruntergepoltert!
 
Wolken machen sich nichts daraus,
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Wandern weiter und lachen mich aus,
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Ob ich euch, ob ich ihnen fluche,
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Ob ich mich selbst zu erdrosseln suche –
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Schließlich nach langem qualvollen Bangen
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Reichst du mir flüchtig die zuckende Hand,
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Und das verwickelte Rosenband
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Hält mich verdoppelt fester umfangen.
 
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Kennst jene Hütte du tief im Wald,
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Zweier Büßenden Aufenthalt?
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Rings unter hohen rauschenden Bäumen
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Wildes Kasteien und tiefes Träumen …
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Nun ich eben mein Bündel geschnürt,
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Will mich dieser Gedanke nicht lassen;
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Ach und mein Hirn mag es gar nicht fassen,
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Daß mich mein Los schon von hinnen führt.

Details zum Gedicht „Anwandlung“

Anzahl Verse
3
Anzahl Zeilen
24
Anzahl Wörter
142
Entstehungsjahr
1905
Epoche
Moderne

Gedicht-Analyse

Das Gedicht „Anwandlung“ stammt aus der Feder des Autoren bzw. Lyrikers Frank Wedekind. Der Autor Frank Wedekind wurde 1864 in Hannover geboren. Das Gedicht ist im Jahr 1905 entstanden. Der Erscheinungsort ist München. Das Gedicht lässt sich an Hand der Entstehungszeit des Gedichtes bzw. von den Lebensdaten des Autoren her der Epoche Moderne zuordnen. Wedekind ist ein typischer Vertreter der genannten Epoche. Das 142 Wörter umfassende Gedicht besteht aus 24 Zeilen mit insgesamt 3 Versen. Weitere bekannte Gedichte des Autoren Frank Wedekind sind „Albumblatt“, „Allbesiegerin Liebe“ und „Alte Liebe“. Zum Autoren des Gedichtes „Anwandlung“ haben wir auf abi-pur.de weitere 114 Gedichte veröffentlicht.

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