Trübsinn von Charles Baudelaire

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Der regen-mond scheint alle welt zu hassen ·
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Aus seiner urne giesst er kalten graus
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Auf eines nahen friedhofs bleiche sassen
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Und sterben auf die nasse vorstadt aus.
 
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Mein magres tier mit ruheloser posse
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Am estrich hin nach einem lager sieht ·
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Mit trüber stimme fröstelnd in der gosse
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Die seele eines toten dichters flieht.
 
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Der brummbass klagt mit den verkohlten scheiten
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Die fistelnd die verschnupfte uhr begleiten
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Und im gemisch von schmutzigen parfümen
 
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– Die überbleibsel einer krankenstube –
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Pikdame und der schöne karobube
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Sich toter liebestage düster rühmen.
Arbeitsblatt zum Gedicht
PDF (24 KB)

Details zum Gedicht „Trübsinn“

Anzahl Strophen
4
Anzahl Verse
14
Anzahl Wörter
86
Entstehungsjahr
nach 1837
Epoche
Biedermeier,
Junges Deutschland & Vormärz,
Realismus

Gedicht-Analyse

Das Gedicht „Trübsinn“ stammt von Charles Baudelaire, einem der bedeutendsten französischen Lyriker des 19. Jahrhunderts. Baudelaire lebte von 1821 bis 1867, was das Gedicht zeitlich in die Epoche des Realismus einordnet.

Erster Eindruck des Gedichtes ist, dass es düster und melancholisch wirkt. Dies ist der Atmosphäre geschuldet, die durch die Beschreibung des Regenmondes, des Friedhofs, der bleichen Sassen und der nassen Vorstadt geschaffen wird.

Inhaltlich zeigt das Gedicht eine traurige, fast trostlose Szenerie. Der Mond haucht dem Friedhof und der Vorstadt mit seinem kalten Grausen Leben ein, es wird die Unruhe eines mageren Tieres beschrieben, und die Seele des toten Dichters, die frierend in der Gosse spricht. Es entsteht ein klares Bild von Einsamkeit, Kälte und Tod. Die Aussage des lyrischen Ichs wirkt resignierend und dystopisch. Mit der Beschreibung der trostlosen Szene drückt es seinen inneren Zustand aus.

Die Form des Gedichts ist in vier Strophen unterteilt, jeweils mit unterschiedlicher Anzahl an Versen. Damit bricht Baudelaire mit den traditionellen Regeln der Lyrik und betont dadurch die Unruhe und den Bruch, die im Inhalt des Gedichts zum Ausdruck kommen. Die Sprache ist gleichzeitig bildhaft und direkt, sie erzeugt eine deutliche Vorstellung von der trüben Stimmung, die das lyrische Ich umgibt. Auch hier zeigt Baudelaire seine Fähigkeit, abstrakte Ideen und Emotionen anschaulich zu machen.

In Bezug auf die Sprache nutzt Baudelaire das Mittel der Personifikation, um den regen-mond und die Seele lebendiger wirken zu lassen. Ebenso verwendet er adjektivische Ausdrücke wie „sterben“, „magres“, „ruhelos“, „kalten graus“ und „trübe“, um die düstere Atmosphäre zu unterstreichen. Hier zeigt sich der pessimistische Weltblick Baudelaires, der in vielen seiner Werke zum Ausdruck kommt.

Somit ist „Trübsinn“ ein typisches Gedicht Baudelaires, das eine düstere und depressive Stimmung erzeugt und den Leser in eine Welt der Resignation und Negativität entführt.

Weitere Informationen

Der Autor des Gedichtes „Trübsinn“ ist Charles Baudelaire. 1821 wurde Baudelaire in Paris geboren. Zwischen den Jahren 1837 und 1867 ist das Gedicht entstanden. Berlin ist der Erscheinungsort des Textes. Das Gedicht lässt sich anhand der Entstehungszeit des Gedichtes bzw. von den Lebensdaten des Autors her den Epochen Biedermeier, Junges Deutschland & Vormärz oder Realismus zuordnen. Die Angaben zur Epoche prüfe bitte vor Verwendung auf Richtigkeit. Die Zuordnung der Epochen ist ausschließlich auf zeitlicher Ebene geschehen. Da sich die Literaturepochen zeitlich teilweise überschneiden, ist eine reine zeitliche Zuordnung fehleranfällig. Das vorliegende Gedicht umfasst 86 Wörter. Es baut sich aus 4 Strophen auf und besteht aus 14 Versen. Weitere Werke des Dichters Charles Baudelaire sind „Aufschrift auf ein verpöntes Buch“, „Aufschwung“ und „Begräbnis“. Auf abi-pur.de liegen zum Autor des Gedichtes „Trübsinn“ weitere 101 Gedichte vor.

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