Tröstung des Elia von Rainer Maria Rilke
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Er hatte das getan und dies, den Bund |
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wie jenen Altar wieder aufzubauen, |
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zu dem sein weitgeschleudertes Vertrauen |
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zurück als Feuer fiel von ferne, und |
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hatte er dann nicht Hunderte zerhauen, |
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weil sie ihm stanken mit dem Baal im Mund, |
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am Bache schlachtend bis ans Abendgrauen, |
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das mit dem Regengrau sich groß verband. |
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Doch als ihn von der Königin der Bote |
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nach solchem Werktag antrat und bedrohte, |
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da lief er wie ein Irrer in das Land, |
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so lange bis er unterm Ginsterstrauche |
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wie weggeworfen aufbrach in Geschrei, |
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das in der Wüste brüllte: Gott, gebrauche |
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mich länger nicht. Ich bin entzwei. |
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Doch grade da kam ihn der Engel ätzen |
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mit einer Speise, die er tief empfing, |
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so daß er lange dann an Weideplätzen |
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und Wassern immer zum Gebirge ging, |
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zu dem der Herr um seinetwillen kam: |
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Im Sturme nicht und nicht im Sich-Zerspalten |
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der Erde, der entlang in schweren Falten |
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ein leeres Feuer ging, fast wie aus Scham |
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über des Ungeheuren ausgeruhtes |
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Hinstürzen zu dem angekommnen Alten, |
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der ihn im sanften Sausen seines Blutes |
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erschreckt und zugedeckt vernahm. |
Details zum Gedicht „Tröstung des Elia“
Rainer Maria Rilke
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177
1918
Moderne
Gedicht-Analyse
Dieses Gedicht ist „Tröstung des Elia“ von Rainer Maria Rilke, einem der bedeutendsten Lyriker der deutschen Literatur. Rilke wurde 1875 geboren und starb 1926, er war also Teil einer literarischen Epoche, die allgemein als Übergangsperiode vom 19. zum 20. Jahrhundert gesehen wird, eine spannende Zeit des Wandels in der Literatur.
Auf den ersten Blick wirkt das Gedicht biblisch und retrospektiv, da es auf die Geschichte des Propheten Elia Bezug nimmt, einer prominenten Figur in den Büchern der Könige im Alten Testament der Bibel.
Der Inhalt des Gedichts folgt Elias’ Lebensgeschichte und sein Aufbegehren gegen die Verehrung des Baal und seine anschließende Flucht vor der Königin Jezebel. Er ist am Ende seiner Kraft und bittet Gott, ihn ziehen zu lassen. Aber ein Engel bringt ihm Nahrung und er findet die Kraft, weiterzumachen und begegnet schließlich Gott in einem sanften Wind, nicht in einem der heftigen Naturphänomene, die zuvor auftreten.
Dieses Gedicht spricht über Verzweiflung und göttliche Intervention, aber auch über die Erkenntnis und Wahrnehmung Gottes in den sanfteren Aspekten der Welt. Das lyrische Ich identifiziert sich stark mit der Figur des Elia und stellt seine verzweifelte Bitte an Gott in den Vordergrund.
Rilke verwendet eine einfache, allerdings besonders bildhafte Sprache, um seine Botschaft rüber zu bringen. Er benutzt metaphorische Bilder wie „weitgeschleudertes Vertrauen“, „Regengrau“ und „sanftes Sausen“. Trotz der fast kargen, schlichten Sprache schafft es Rilke, die intensiven Emotionen und das feinsinnige spirituelle Erlebnis zu vermitteln.
Das Gedicht besteht aus fünf Strophen mit unterschiedlicher Anzahl von Versen. Die äußere Form ist also nicht fest, was den Eindruck von Elias’ emotionaler und geistiger Reise unterstreicht.
Zusammenfassend ist „Tröstung des Elia“ ein intensives und tiefgründiges Gedicht, das Glauben, Verzweiflung, göttliche Intervention und schließlich eine Art Erleuchtung beleuchtet. Es zeichnet sich durch seine bildhafte aber minimalistische Sprache und freie Form aus. Es ist ein gutes Beispiel für Rilkes Fähigkeit, tiefe menschliche Gefühle und spirituelle Erfahrungen in Worte zu fassen.
Weitere Informationen
Das Gedicht „Tröstung des Elia“ stammt aus der Feder des Autors bzw. Lyrikers Rainer Maria Rilke. Rilke wurde im Jahr 1875 in Prag geboren. Entstanden ist das Gedicht im Jahr 1918. Der Erscheinungsort ist Leipzig. Eine Zuordnung des Gedichtes zur Epoche Moderne kann aufgrund der Entstehungszeit des Gedichtes bzw. der Lebensdaten des Autors vorgenommen werden. Rilke ist ein typischer Vertreter der genannten Epoche. Das 177 Wörter umfassende Gedicht besteht aus 27 Versen mit insgesamt 5 Strophen. Rainer Maria Rilke ist auch der Autor für Gedichte wie „Abend“, „Abend in Skaane“ und „Absaloms Abfall“. Zum Autor des Gedichtes „Tröstung des Elia“ haben wir auf abi-pur.de weitere 338 Gedichte veröffentlicht.
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