Trotzdem von Rainer Maria Rilke
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Manchmal vom Regal der Wand |
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hol ich meinen Schopenhauer, |
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einen ›Kerker voller Trauer‹ |
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hat er dieses Sein genannt. |
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So er recht hat, ich verlor |
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nichts: in Kerkereinsamkeiten |
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weck ich meiner Seele Saiten |
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glücklich wie einst Dalibor. |
Details zum Gedicht „Trotzdem“
Rainer Maria Rilke
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36
nach 1891
Moderne
Gedicht-Analyse
Dieses Gedicht kommt von Rainer Maria Rilke, einem der bedeutendsten Lyriker aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Auch wenn das genaue Erscheinungsdatum dieses Gedichts nicht bekannt ist, hat es Rilke wahrscheinlich zu Beginn des 20. Jahrhunderts verfasst.
Schon beim ersten Lesen dieses Gedichts geht es um Ihre Auseinandersetzung mit vormaliger Existenzphilosophie und den menschlichen Lebenskämpfen.
Der Inhalt drückt aus, dass das lyrische Ich gelegentlich sein Buch von Arthur Schopenhauer, einem bekannten deutschen Philosophen, herunterholt. Schopenhauer bezeichnete die Existenz als einen „Kerker voller Trauer“ und das lyrische Ich zitiert dieses Bild. In der zweiten Strophe scheint das lyrische Ich jedoch zu sagen, dass selbst wenn das Leben ein Kerker der Traurigkeit ist, es immer noch Hoffnung gibt. Es weckt die Saiten seiner Seele in der Einsamkeit seiner eigenen persönlichen Gefängnis. Zuletzt wird Dalibor erwähnt, eine legendäre tschechische Figur, die in seinem Kerker glücklich wurde, indem er Musik machte.
In Bezug auf die Form des Gedichts ist es relativ einfach und traditionell. Miss Rilkes liebte es, traditionelle Formen und Reime in seiner Lyrik zu verwenden und das ist in diesem Gedicht beispielhaft. Die vierzeilige Struktur mit Reim ist überschaubar und hilft dabei, die Botschaft klar und prägnant zu übermitteln.
In Bezug auf die Sprache verwendet Rilke eine anspruchsvolle, reflektierende und ein wenig melodramatische Sprache. Der Ausdruck „Kerker voller Trauer“ ist ein besonders starkes Bild, das die existenzielle Krise widerspiegelt, die sowohl Schopenhauer als auch das lyrische Ich anscheinend empfinden. Rilkes Wortwahl und Bildsprache kommuniziert die Melancholie und leise Hoffnung, die das lyrische Ich trotz seiner emotionalen Verzweiflung verspürt.
Insgesamt ist dies ein Gedicht über die Suche nach Bedeutung und Glück in einer Welt, die oft entmutigend und düster erscheint. Es zeigt die Macht der menschlichen Widerstandsfähigkeit und Kreativität im Angesicht der Entbehrung und ist somit ein Sinnbild für die Existenzkrise und gleichzeitig die Hoffnung der Moderne.
Weitere Informationen
Das Gedicht „Trotzdem“ stammt aus der Feder des Autors bzw. Lyrikers Rainer Maria Rilke. Im Jahr 1875 wurde Rilke in Prag geboren. Das Gedicht ist in der Zeit von 1891 bis 1926 entstanden. Der Erscheinungsort ist Frankfurt am Main. Eine Zuordnung des Gedichtes zur Epoche Moderne kann aufgrund der Entstehungszeit des Gedichtes bzw. der Lebensdaten des Autors vorgenommen werden. Rilke ist ein typischer Vertreter der genannten Epoche. Das vorliegende Gedicht umfasst 36 Wörter. Es baut sich aus 2 Strophen auf und besteht aus 8 Versen. Weitere bekannte Gedichte des Autors Rainer Maria Rilke sind „Als ich die Universität bezog“, „Am Kirchhof zu Königsaal“ und „Am Rande der Nacht“. Zum Autor des Gedichtes „Trotzdem“ haben wir auf abi-pur.de weitere 338 Gedichte veröffentlicht.
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