Reisebriefe eines Artisten von Joachim Ringelnatz

Ob du Artist, ob du Franz Liszt,
Ein Christ, ein Mist, ein sonst was bist, –
Bezweifle es. Und dir zum Heil
Bezweifle auch das Gegenteil.
 
Was dir die Ideale nimmt,
Der Satz: daß nichts, was zutrifft, trifft,
(Ein Satz, der darum selbst nicht stimmt)
Ist nur für Überlegne Gift.
 
Doch hüte dich, an diesen Satz
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Zu glauben, gar ihn zu betonen.
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Freu dich an Hatz und Schmatz und Spatz.
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An Unzucht oder Kaffeebohnen.
 
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Doch sollte etwas in dir wohnen,
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Bewirkend, daß du mich verstehst
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Und lachst und dankbar weitergehst
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Und dennoch etwas Beßres weißt,
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Dann glaub’ ich, daß du richtig reist.

Details zum Gedicht „Reisebriefe eines Artisten“

Anzahl Verse
4
Anzahl Zeilen
17
Anzahl Wörter
101
Entstehungsjahr
1925
Epoche
Expressionismus,
Avantgarde / Dadaismus,
Literatur der Weimarer Republik / Neue Sachlichkeit

Gedicht-Analyse

Der Autor des Gedichtes „Reisebriefe eines Artisten“ ist Joachim Ringelnatz. Im Jahr 1883 wurde Ringelnatz in Wurzen geboren. Im Jahr 1925 ist das Gedicht entstanden. Erscheinungsort des Textes ist München. Die Entstehungszeit des Gedichtes bzw. die Lebensdaten des Autoren lassen eine Zuordnung zu den Epochen Expressionismus, Avantgarde / Dadaismus oder Literatur der Weimarer Republik / Neue Sachlichkeit zu. Bei Verwendung der Angaben zur Epoche, prüfe bitte die Richtigkeit der Zurodnung. Die Auswahl der Epochen ist ausschließlich auf zeitlicher Ebene geschehen und muss daher nicht unbedingt richtig sein. Das Gedicht besteht aus 17 Zeilen mit insgesamt 4 Versen und umfasst dabei 101 Worte. Joachim Ringelnatz ist auch der Autor für Gedichte wie „Abschied von Renée“, „Abschiedsworte an Pellka“ und „Afrikanisches Duell“. Zum Autoren des Gedichtes „Reisebriefe eines Artisten“ liegen auf unserem Portal abi-pur.de weitere 560 Gedichte vor.

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