Totenklage von Louise Otto-Peters
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In meinem Herzen steht dein Bild, |
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Dein Name klingt durch meine Lieder |
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Trotz Tod und Trennung nah ich mild |
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Zu deinem Grab mich liebend wieder: |
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Denn zweier Seelen reine Harmonie |
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Trennt selbst des Todes schriller Mißton nie. |
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II. Gebet am Grabe. |
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Du gabst ihn mir – du hast ihn mir genommen, |
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Du ew’ger Gott, der unser Schicksal lenkt, |
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Mit ihm ward mir das höchste Glück geschenkt |
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Und nun ist mir das tiefste Leid gekommen. |
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Ich frage wohl: wie soll ich noch ertragen |
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Das Leben, das nun öde vor mir liegt |
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Seit ihn des Todes dunkle Macht besiegt |
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Und all umsonst mein Sehnen und mein Klagen? |
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Und doch – ob alle Hoffnungen versanken |
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Erinn’rung bleibt mir an die Seligkeit, |
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Die nur der Liebe süße Macht verleiht – |
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Und dafür muß ich selbst in Thränen danken. |
Details zum Gedicht „Totenklage“
Louise Otto-Peters
5
19
133
1840-1850
Realismus
Gedicht-Analyse
Das Gedicht „Totenklage“ wurde von Louise Otto-Peters verfasst, einer deutschen Dichterin und Frauenrechtlerin der Biedermeierzeit und des Vormärz. Sie lebte von 1819 bis 1895 und kann daher dem 19. Jahrhundert zugeordnet werden.
Auf den ersten Blick wird beim Lesen ein Gefühl von Traurigkeit, tiefer Liebe und Verlust erweckt. Das lyrische Ich beklagt den Verlust einer geliebten Person und betont dabei die starke emotionale Bindung, die sie zu dieser Person hatte.
Inhaltlich berichtet das lyrische Ich über eine geliebte Person, die verstorben ist. Es beteuert, dass trotz des Todes die Liebe und die Verbindung zu dieser Person nicht verschwindet, sondern weiterhin im Herzen und in den Liedern des lyrischen Ichs präsent ist. Die Trauer und das Leiden über den Verlust sind dennoch immens. Mit dem Tod dieser Person ist das höchste Glück und das tiefste Leid zugleich eingetreten. In Erinnerung an die Zeiten der gemeinsamen Glückseligkeit dankt das lyrische Ich sogar in Tränen.
Die Form des Gedichts ist geprägt durch mehrere Strophen von unterschiedlicher Länge. Die Strophen weisen dabei eine klare und durchdachte Struktur auf. Die Sprache ist geprägt von bedeutsamen Metaphern und expressiver Wortwahl, die den emotionalen Zustand des lyrischen Ichs unterstreichen. So wird der Tod als „dunkle Macht“ bezeichnet, der das Leben des lyrischen Ichs besiegt und öde gemacht hat. Gleichzeitig wird die Liebe als „süße Macht“ beschrieben, die einzigartige Glückseligkeit bringt. Die Sprache ist einfach und klar, gleichzeitig aber voll emotionaler Tiefe und Expressivität.
Insgesamt drückt das Gedicht eine tiefe Trauer aus, zeigt aber auch die Fähigkeit des lyrischen Ichs, trotz des Verlusts die vergangenen Zeiten der Liebe und Glückseligkeit wertzuschätzen und zu danken.
Weitere Informationen
Das Gedicht „Totenklage“ stammt aus der Feder der Autorin bzw. Lyrikerin Louise Otto-Peters. 1819 wurde Otto-Peters in Meißen geboren. Im Jahr 1850 ist das Gedicht entstanden. Erschienen ist der Text in Leipzig. Anhand der Entstehungszeit des Gedichtes bzw. von den Lebensdaten der Autorin her kann der Text der Epoche Realismus zugeordnet werden. Vor Verwendung der Angaben zur Epoche prüfe bitte die Richtigkeit. Die Zuordnung der Epoche ist ausschließlich auf zeitlicher Ebene geschehen und daher anfällig für Fehler. Das Gedicht besteht aus 19 Versen mit insgesamt 5 Strophen und umfasst dabei 133 Worte. Weitere Werke der Dichterin Louise Otto-Peters sind „An Georg Herwegh“, „An Ludwig Börne“ und „An Richard Wagner“. Auf abi-pur.de liegen zur Autorin des Gedichtes „Totenklage“ weitere 106 Gedichte vor.
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Zum Autor Louise Otto-Peters sind auf abi-pur.de 106 Dokumente veröffentlicht. Alle Gedichte finden sich auf der Übersichtsseite des Autors.
