Tapetenblume von Christian Morgenstern

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,Tapetenblume bin ich fein,
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kehr’ wieder ohne Ende,
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doch, statt im Mai’n und Mondenschein,
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auf jeder der vier Wände.
 
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Du siehst mich nimmerdar genung,
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so weit du blickst im Stübchen,
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und folgst du mir per Rösselsprung –
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wirst du verrückt, mein Liebchen.‘
Arbeitsblatt zum Gedicht
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Details zum Gedicht „Tapetenblume“

Anzahl Strophen
2
Anzahl Verse
8
Anzahl Wörter
42
Entstehungsjahr
nach 1887
Epoche
Moderne

Gedicht-Analyse

Das Gedicht „Tapetenblume“ wurde von Christian Morgenstern verfasst, der in der literarischen Epoche des Symbolismus lebte und am Übergang zum 20. Jahrhundert schrieb. Sein Schaffen wird oft dem literarischen Expressionismus zugerechnet.

Die erste Eindruck beim Lesen dieses Gedichts reicht von Heiterkeit bis hin zu Melancholie. Morgenstern hat einen sehr speziellen und ungewöhnlichen Zugang zur Poesie, der Humor, Wortspiel und philosophische Gedanken kombiniert.

Der Inhalt des Gedichts bezieht sich auf eine Tapetenblume - ein wiederkehrendes Muster auf einer Tapete - und äußert sich aus ihrer Perspektive. Das lyrische Ich weist auf seine ewige Wiederkehr hin („kehr’ wieder ohne Ende“) und unterstreicht seine Präsenz in allen vier Ecken des Raumes anstatt in der Natur („statt im Mai’n und Mondenschein auf jeder der vier Wände“). In der zweiten Strophe stellt das lyrische Ich fest, dass es unmöglich ist, vor seiner allgegenwärtigen Präsenz zu fliehen („Du siehst mich nimmerdar genung“), und dass der Versuch, seinem Muster zu folgen, zu geistiger Verwirrung führen kann („wirst du verrückt, mein Liebchen“).

Die Form des Gedichts besteht aus zwei Vierzeiler-Strophen mit einem Paarreim und die Metrik folgt einem regelmäßigen Rhythmus. Morgensterns Sprache ist humorvoll und spielerisch, aber dennoch reflektiert er tiefsinnige Themen wie Wiederholung, Raum und Geistesverwirrung. Farbige Worte und Redewendungen („Mai’n und Mondenschein“, „per Rösselsprung“) verleihen dem Gedicht ein zusätzliches Maß an Lebendigkeit und bildlichem Reichtum. Insgesamt stellt das Gedicht eine gelungene Verschmelzung von Humor, Wortspiel und philosophischer Reflektion dar.

Weitere Informationen

Bei dem vorliegenden Text handelt es sich um das Gedicht „Tapetenblume“ des Autors Christian Morgenstern. Morgenstern wurde im Jahr 1871 in München geboren. Die Entstehungszeit des Gedichtes liegt zwischen den Jahren 1887 und 1914. Erscheinungsort des Textes ist Zürich. Das Gedicht lässt sich anhand der Entstehungszeit des Gedichtes bzw. von den Lebensdaten des Autors her der Epoche Moderne zuordnen. Bei dem Schriftsteller Morgenstern handelt es sich um einen typischen Vertreter der genannten Epoche. Das Gedicht besteht aus 8 Versen mit insgesamt 2 Strophen und umfasst dabei 42 Worte. Die Gedichte „Da nimm. Das laß ich dir zurück, o Welt“, „Das Auge der Maus“ und „Das Böhmische Dorf“ sind weitere Werke des Autors Christian Morgenstern. Zum Autor des Gedichtes „Tapetenblume“ liegen auf unserem Portal abi-pur.de weitere 189 Gedichte vor.

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