Spatz und Schwalben von Wilhelm Busch

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Es grünte allenthalben.
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Der Frühling wurde wach.
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Bald flogen auch die Schwalben
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Hell zwitschernd um das Dach.
 
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Sie sangen unermüdlich
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Und bauten außerdem
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Am Giebel rund und niedlich
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Ihr Nest aus feuchtem Lehm.
 
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Und als sie eine Woche
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Sich redlich abgequält,
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Hat nur am Eingangsloche
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Ein Stückchen noch gefehlt.
 
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Da nahm der Spatz, der Schlingel,
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Die Wohnung in Besitz.
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Jetzt hängt ein Strohgeklüngel
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Hervor aus ihrem Schlitz.
 
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Nicht schön ist dies Gebahren
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Und wenig ehrenwert
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Von einem, der seit Jahren
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Mit Menschen viel verkehrt.
Arbeitsblatt zum Gedicht
PDF (24.4 KB)

Details zum Gedicht „Spatz und Schwalben“

Anzahl Strophen
5
Anzahl Verse
20
Anzahl Wörter
84
Entstehungsjahr
nach 1848
Epoche
Biedermeier,
Junges Deutschland & Vormärz,
Realismus

Gedicht-Analyse

Das vorliegende Gedicht „Spatz und Schwalben“ stammt von Wilhelm Busch, einem deutschen Dichter und Zeichner, der in der Zeit des 19. Jahrhunderts wirkte. Bekannt wurde Busch vor allem durch seine satirischen Bildergeschichten, doch auch sein lyrisches Schaffen ist von Bedeutung.

Bereits beim ersten Lesen fällt die klare, gut verständliche Sprache auf, die charakteristisch für Buschs Werke ist. Die Handlung scheint auf den ersten Blick harmlos und humorvoll: Es geht um Spatzen und Schwalben, die sich auf den Frühling und das Nestbau vorbereiten. Doch beim näheren Hinsehen offenbaren sich weitere Bedeutungsebenen.

Inhaltlich beschreibt das Gedicht die Vorgänge im Frühling, wenn die Vögel beginnen, ihre Nester zu bauen. Die Schwalben sind dabei fleißig und arbeiten unermüdlich an ihrem Nest aus Lehm. Kurz bevor sie fertig sind, nimmt jedoch ein Spatz das fast vollendete Nest in Beschlag und macht es zu seinem neuen Zuhause. Das lyrische Ich kommentiert dieses Verhalten als unehrenhaft und wirft dem Spatz vor, sich schlechte Gewohnheiten von den Menschen abgeschaut zu haben.

Das lyrische Ich, das vermutlich mit dem Autor selbst gleichzusetzen ist, schließt daraus auf eine moralische Botschaft: Es geht um das Thema Anerkennung der Arbeit anderer und Respekt vor dem Eigentum. Der Spatz, der sich das Nest der Schwalben aneignet, verhält sich ebenso respektlos und egoistisch, wie es manche Menschen tun würden. Daher steht das Verhalten des Spatzes stellvertretend für bestimmte negative Eigenschaften der menschlichen Gesellschaft.

Form und Sprache des Gedichts sind in einer einfachen, verständlichen Art gehalten. Die Strophen sind jeweils vierzeilig angelegt, was ihnen einen klaren, harmonischen Rhythmus verleiht. Die Metaphorik ist leicht zugänglich: Vögel, Scheune und Nest sind Bilder, die jeder versteht. Durch diese Einfachheit der Sprache wird die Moral der Geschichte leicht verständlich und nachvollziehbar.

Weitere Informationen

Das Gedicht „Spatz und Schwalben“ stammt aus der Feder des Autors bzw. Lyrikers Wilhelm Busch. 1832 wurde Busch in Wiedensahl geboren. Zwischen den Jahren 1848 und 1908 ist das Gedicht entstanden. In Wiesbaden u. Berlin ist der Text erschienen. Anhand der Entstehungszeit des Gedichtes bzw. von den Lebensdaten des Autors her kann der Text den Epochen Biedermeier, Junges Deutschland & Vormärz, Realismus, Naturalismus oder Moderne zugeordnet werden. Vor Verwendung der Angaben zur Epoche prüfe bitte die Richtigkeit. Die Zuordnung der Epochen ist ausschließlich auf zeitlicher Ebene geschehen und daher anfällig für Fehler. Das 84 Wörter umfassende Gedicht besteht aus 20 Versen mit insgesamt 5 Strophen. Weitere Werke des Dichters Wilhelm Busch sind „Ach, wie geht’s dem Heilgen Vater“, „Als Christus der Herr in Garten ging“ und „Als er noch krause Locken trug“. Auf abi-pur.de liegen zum Autor des Gedichtes „Spatz und Schwalben“ weitere 208 Gedichte vor.

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