Sorge dividiert durch 2 hoch x von Joachim Ringelnatz

Grübeln und grübeln nun stundenlang –
Bing – Bumpf – Bang – –
Korks jetzt! Lona, und prost! Kling! Klang!
Ein Schurke ist gar kein Feind.
Hoch steht überm zeitlichen Raffinement
Die ewige Regel:
Daß immer mal wieder die Sonne scheint.
Liebstes, armes, verquollenes Kind,
So wie wir beide im Augenblick so sind,
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Scheint uns die Sonne noch immer recht anständig lind.
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Ihn macht sie frösteln oder sie kocht ihn jetzt heiß.
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Bleiben wir aber so!
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Sein wir nie schadenfroh!
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Ist auch die Sache sehr unangenehm –
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Jedes w soll schwinden im Schweiß,
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Oder – nein, vor allem und außerdem – –
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Na du weißt – – Und ich weiß – –
Arbeitsblatt zum Gedicht
PDF (24.4 KB)

Details zum Gedicht „Sorge dividiert durch 2 hoch x“

Anzahl Strophen
1
Anzahl Verse
17
Anzahl Wörter
99
Entstehungsjahr
1923
Epoche
Moderne,
Expressionismus

Gedicht-Analyse

Der Autor des vorliegenden Gedichts ist Joachim Ringelnatz, ein deutscher Schriftsteller und Kabarettist, der insbesondere durch seine humoristische und oftmals groteske Lyrik bekannt geworden ist. Ringelnatz lebte von 1883 bis 1934, weshalb seine Werke der Epoche der Neuen Sachlichkeit und teilweise auch des Expressionismus zuzuordnen sind.

Beim ersten Lesen erweckt das Gedicht den Eindruck einer absurden und skurrilen Konversation, charakterisiert durch eine humoristische, fast joviale Melancholie. Es ist schwierig, auf den ersten Blick einen zusammenhängenden Sinn zu erkennen, man spürt jedoch eine gewisse Stimmung der Resignation, die auf eine humorvolle Art und Weise dargestellt wird.

Unter dir Oberfläche scheint das Gedicht einen Dialog oder ein Gespräch zwischen zwei Personen - das lyrische Ich und eine zweite Person, die als „Liebstes, armes, verquollenes Kind“ bezeichnet wird - darzustellen. Gemeinsam grübeln sie, stoßen mit „Lona“ an und beobachten die Welt um sich herum. Diese scheint voller Finessen und Intriganten zu sein, aber das lyrische Ich erinnert daran, dass immer wieder die Sonne scheint. Trotz aller Unannehmlichkeiten und Schwierigkeiten ruft das lyrische Ich dazu auf, nicht schadenfroh zu sein und weiterhin den Sonnenschein zu genießen.

Was die Form des Gedichts betrifft, so scheint es keine strenge metrische oder reimtechnische Struktur zu geben, was typisch für einige der Arbeiten von Ringelnatz ist. Die Sprache ist bunt, spielerisch und mit wiederholten Lautmalereien (z.B. „Bing – Bumpf – Bang“) durchsetzt, was dem Gedicht einen fast musikalischen Charakter verleiht. Zudem verwendet Ringelnatz humorvolle Ausdrücke und Alltagssprache, was eine Nähe zum Leser herstellt.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass dieses Gedicht von Ringelnatz eine humorvolle und absurde Betrachtung des Lebens und seinen Widrigkeiten darstellt. Trotz aller Komplexität und Schwierigkeit ist die Botschaft letztlich eine optimistische, die an die unvermeidlichen Freuden und Schönheiten des Lebens erinnert.

Weitere Informationen

Joachim Ringelnatz ist der Autor des Gedichtes „Sorge dividiert durch 2 hoch x“. Im Jahr 1883 wurde Ringelnatz in Wurzen geboren. Die Entstehungszeit des Gedichtes geht auf das Jahr 1923 zurück. In München ist der Text erschienen. Von der Entstehungszeit des Gedichtes bzw. von den Lebensdaten des Autors her lässt sich das Gedicht den Epochen Moderne oder Expressionismus zuordnen. Der Schriftsteller Ringelnatz ist ein typischer Vertreter der genannten Epochen. Das Gedicht besteht aus 17 Versen mit nur einer Strophe und umfasst dabei 99 Worte. Weitere Werke des Dichters Joachim Ringelnatz sind „7. August 1929“, „Abendgebet einer erkälteten Negerin“ und „Abermals in Zwickau“. Auf abi-pur.de liegen zum Autor des Gedichtes „Sorge dividiert durch 2 hoch x“ weitere 560 Gedichte vor.

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