Sonst und jetzt von Wilhelm Busch
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Wie standen ehedem die Sachen |
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So neckisch da in ihrem Raum. |
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Schwer war’s, ein Bild davon zu machen, |
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Und selbst der Beste konnt es kaum. |
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Jetzt, ohne sich zu überhasten, |
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Stellt man die Guckmaschine fest |
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Und zieht die Bilder aus dem Kasten, |
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Wie junge Spatzen aus dem Nest. |
Details zum Gedicht „Sonst und jetzt“
Wilhelm Busch
2
8
49
nach 1848
Biedermeier,
Junges Deutschland & Vormärz,
Realismus
Gedicht-Analyse
Das Gedicht „Sonst und jetzt“ stammt von Wilhelm Busch und wurde im 19. Jahrhundert verfasst. Busch ist vor allem bekannt für seine humorvollen und bisweilen sarkastischen Karikaturen und Reime. Dieses Gedicht ist vermutlich zwischen 1860 und 1880 entstanden, in einer Zeit, in der sich die Fotografie rasant weiterentwickelte.
Das Gedicht gibt beim ersten Lesen den Eindruck einer lustigen und verspielten Betrachtung einer technologischen Entwicklung, wie sie Busch oft in seinen Werken vornahm. Offensichtlich geht es um die Vergangenheit und Gegenwart der Fotografie.
Inhaltlich handelt das Gedicht von der Veränderung des Prozesses der Bildherstellung von früher bis jetzt. In der ersten Strophe beschreibt das lyrische Ich, wie kompliziert und schwierig es früher war, ein Bild zu erzeugen, sodass selbst der Beste es kaum konnte. In der zweiten Strophe wird deutlich, dass sich dieser Prozess in der Gegenwart sehr vereinfacht hat. Mit der Metapher „Guckmaschine“ ist vermutlich eine Kamera gemeint, und der lyrische Sprecher stellt dar, wie einfach es ist, Bilder „aus dem Kasten“ zu ziehen, vergleichbar mit jungen Spatzen, die aus dem Nest gezogen werden.
Die Form des Gedichts ist regelmäßig, mit zwei vierzeiligen Strophen. Beide Strophen folgen dem gleichen Reimschema (ABAB), was dem Gedicht einen rhythmischen und leicht verständlichen Fluss gibt. Die Sprache ist einfach und volksnah, was ebenfalls für Buschs Werke typisch ist. Der leicht spöttische Ton gegenüber der technologischen Entwicklung ist typisch für Buschs Werk und bietet eine humorvolle Perspektive auf den Fortschritt. Die Metapher der Guckmaschine und der Bilder, die wie junge Spatzen aus dem Nest gezogen werden, ist bildlich und humorvoll, und zeigt Buschs Talent für visuelle Sprache.
Weitere Informationen
Bei dem vorliegenden Text handelt es sich um das Gedicht „Sonst und jetzt“ des Autors Wilhelm Busch. Busch wurde im Jahr 1832 in Wiedensahl geboren. In der Zeit von 1848 bis 1908 ist das Gedicht entstanden. Der Erscheinungsort ist Wiesbaden u. Berlin. Anhand der Entstehungszeit des Gedichtes bzw. von den Lebensdaten des Autors her kann der Text den Epochen Biedermeier, Junges Deutschland & Vormärz, Realismus, Naturalismus oder Moderne zugeordnet werden. Bei Verwendung der Angaben zur Epoche prüfe bitte die Richtigkeit der Zuordnung. Die Auswahl der Epochen ist ausschließlich auf zeitlicher Ebene geschehen und muss daher nicht unbedingt richtig sein. Das 49 Wörter umfassende Gedicht besteht aus 8 Versen mit insgesamt 2 Strophen. Weitere Werke des Dichters Wilhelm Busch sind „Als Christus der Herr in Garten ging“, „Als er noch krause Locken trug“ und „Also hat es dir gefallen“. Zum Autor des Gedichtes „Sonst und jetzt“ liegen auf unserem Portal abi-pur.de weitere 208 Gedichte vor.
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