Soldatenlied von Klabund

Es ist kein schöner Leben,
Als Musketier zu sein,
Sein teures Blut hingeben
Ums Vaterland allein
Für zweiundzwanzig Pfennige
 
Wir schmeißen unsre Beine
Wohl im Parademarsch.
Der Hauptmann heißt uns Schweine,
Der Leutenant ist weniger barsch
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Für zweiundzwanzig Pfennige .
 
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Wenn nicht die Madeln wären
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In Küche und in Haus,
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Die unsern Rock verehren,
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Wie hielten wir es aus?
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Für zweiundzwanzig Pfennige ?
 
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Sie aber stehn des Abends
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Um Acht vor der Kasern’,
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Und Wurst und Schinken habens,
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Die ißt ein Musketier so gern
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Für zweiundzwanzig Pfennige
 
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Doch sind die beiden Jahre
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Vergangen und zu End:
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Schorschl ade und Kare,
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Und Mari, nicht geflennt!
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Für zweiundzwanzig Pfennige
 
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Ich bin gelernter Schuster,
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Such mir mein Unterhalt,
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Und hab ich ihn gefunden,
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Juchhe! dann ist die Hochzeit bald
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Für zweiundzwanzig Pfennige
Arbeitsblatt zum Gedicht
PDF (25.6 KB)

Details zum Gedicht „Soldatenlied“

Autor
Klabund
Anzahl Strophen
6
Anzahl Verse
30
Anzahl Wörter
127
Entstehungsjahr
1913
Epoche
Moderne,
Expressionismus

Gedicht-Analyse

Das Gedicht „Soldatenlied“ wurde von dem deutschen Schriftsteller Klabund verfasst, der von 1890 bis 1928 lebte. Es kann daher in die literarische Epoche des Expressionismus eingeordnet werden, in der Klabund einer der prägenden Autoren war.

Auf den ersten Blick wirkt das Gedicht wie ein humorvoller und teilweise sarkastischer Kommentar zum Leben eines Soldaten. Der wiederkehrende Refrain „Für zweiundzwanzig Pfennige“ deutet auf die geringe Bezahlung und die Belastungen des soldatischen Lebens hin.

Inhaltlich beschreibt das lyrische Ich die verschiedenen Aspekte des Lebens als Soldat. Es konzentriert sich auf den harten Alltag, die schlechte Bezahlung und die Entbehrungen, unterstreicht aber auch die Kameradschaft und die Freuden, die das Leben im Militär mit sich bringt, wie den Zusammenhalt unter Soldaten und die Begegnungen mit Frauen.

Formal besteht das Gedicht aus sechs Strophen zu je fünf Versen. Jede Strophe endet mit dem eingangs erwähnten Refrain, was eine Art Leitmotiv durch das Gedicht zieht. Die Sprache ist klar und unverschnörkelt, teilweise umgangssprachlich, was wahrscheinlich die einfache Herkunft und die unprätentiöse Haltung des lyrischen Ichs unterstreichen soll.

Insgesamt kann man das Gedicht als Kritik am Militär und am Krieg ansehen. Es zeigt auf ironische Weise die harten Bedingungen, unter denen die Soldaten leben müssen, und lässt dadurch auch das gesellschaftliche System und die Kriegspolitik in einem kritischen Licht erscheinen. Gleichzeitig wird durch den Humor und die positiven Aspekte, die das lyrische Ich hervorhebt, eine gewisse Ambivalenz erzeugt, was die Komplexität der Gefühle und Einstellungen gegenüber dem Militär und dem Soldatenleben verdeutlicht.

Weitere Informationen

Der Autor des Gedichtes „Soldatenlied“ ist Klabund. Der Autor Klabund wurde 1890 in Crossen an der Oder geboren. Das Gedicht ist im Jahr 1913 entstanden. In Berlin ist der Text erschienen. Aufgrund der Entstehungszeit des Gedichtes bzw. der Lebensdaten des Autors kann der Text den Epochen Moderne oder Expressionismus zugeordnet werden. Die Zuordnung der Epochen ist ausschließlich auf zeitlicher Basis geschehen. Bitte überprüfe unbedingt die Richtigkeit der Angaben bei Verwendung. Das Gedicht besteht aus 30 Versen mit insgesamt 6 Strophen und umfasst dabei 127 Worte. Klabund ist auch der Autor für Gedichte wie „Ballade“, „Baumblüte in Werder“ und „Bauz“. Auf abi-pur.de liegen zum Autor des Gedichtes „Soldatenlied“ weitere 139 Gedichte vor.

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