Sie war ein Blümlein hübsch und fein von Wilhelm Busch
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Sie war ein Blümlein hübsch und fein, |
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Hell aufgeblüht im Sonnenschein. |
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Er war ein junger Schmetterling, |
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Der selig an der Blume hing. |
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Oft kam ein Bienlein mit Gebrumm |
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Und nascht und säuselt da herum. |
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Oft kroch ein Käfer kribbelkrab |
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Am hübschen Blümlein auf und ab. |
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Ach Gott, wie das dem Schmetterling |
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So schmerzlich durch die Seele ging. |
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Doch was am meisten ihn entsetzt, |
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Das Allerschlimmste kam zuletzt. |
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Ein alter Esel fraß die ganze |
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Von ihm so heiß geliebte Pflanze. |
Details zum Gedicht „Sie war ein Blümlein hübsch und fein“
Wilhelm Busch
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14
79
nach 1848
Biedermeier,
Junges Deutschland & Vormärz,
Realismus
Gedicht-Analyse
Der Autor des Gedichts ist Wilhelm Busch, der im Zeitraum vom 15. April 1832 bis zum 9. Januar 1908 lebte. Das Gedicht kann daher ungefähr der Mitte bis zum Ende des 19. Jahrhunderts zugeordnet werden.
Das Gedicht schildert eine idyllische Naturszene, in der verschiedene Tiere, darunter ein Schmetterling, eine Biene, ein Käfer und ein Esel, eine Blume betrachten und mit ihr interagieren. Die Blume, die als „hübsch und fein“ beschrieben wird, wirkt auf den ersten Blick wie ein Objekt der Sehnsucht und der Bewunderung.
Inhaltlich beschreibt das Gedicht die Beziehung zwischen einem Schmetterling und einer Blume. Der Schmetterling ist glücklich und genießt die Zeit bei der Blume. Andere Tiere, wie die Biene und der Käfer, kommen ebenfalls, um die nektarreichen Gaben der Blume zu genießen. Diese Tatsache bereitet dem Schmetterling scheinbar Unbehagen und geht ihm „schmerzlich durch die Seele“. Schließlich führt der tragische Verlust der Blume, durch einen Esel, der sie isst, zur endgültigen Entsetzung des Schmetterlings.
Die Aussage des Gedichts liesse sich als eine Allegorie auf unerfüllte Liebe und Eifersucht interpretieren. Der Schmetterling kann hierbei als Verkörperung des lyrischen Ichs gesehen werden, das seine Liebe (die Blume) in der Gesellschaft anderer (die Biene und der Käfer) sehen muss und schließlich seine Liebe verliert.
Form und Sprache des Gedichts sind im typischen Stil von Wilhelm Busch gehalten. Es sind Reime verwendet, die ein angenehmes Lesen des Gedichts ermöglichen. Die Sprache ist einfach und verständlich, was für eine leichte Zugänglichkeit sorgt. Der Gebrauch von Alliterationen, wie „kribbelkrab“ und „kroch ein Käfer“ intensiviert den Rhythmus und die Lebendigkeit des Gedichts. Abschließend kann gesagt werden, dass Wilhelm Busch in diesem Gedicht auf humorvolle Art und Weise tiefergehende Gefühle und Konflikte behandelt.
Weitere Informationen
Der Autor des Gedichtes „Sie war ein Blümlein hübsch und fein“ ist Wilhelm Busch. 1832 wurde Busch in Wiedensahl geboren. Die Entstehungszeit des Gedichtes liegt zwischen den Jahren 1848 und 1908. Erschienen ist der Text in Wiesbaden u. Berlin. Das Gedicht lässt sich anhand der Entstehungszeit des Gedichtes bzw. von den Lebensdaten des Autors her den Epochen Biedermeier, Junges Deutschland & Vormärz, Realismus, Naturalismus oder Moderne zuordnen. Vor Verwendung der Angaben zur Epoche prüfe bitte die Richtigkeit. Die Zuordnung der Epochen ist ausschließlich auf zeitlicher Ebene geschehen und daher anfällig für Fehler. Das 79 Wörter umfassende Gedicht besteht aus 14 Versen mit nur einer Strophe. Weitere bekannte Gedichte des Autors Wilhelm Busch sind „Also hat es dir gefallen“, „Auf Wiedersehn“ und „Auf den Sonntag früh Morgen“. Zum Autor des Gedichtes „Sie war ein Blümlein hübsch und fein“ haben wir auf abi-pur.de weitere 208 Gedichte veröffentlicht.
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