Sie haben heut Abend Gesellschaft von Heinrich Heine
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Sie haben heut Abend Gesellschaft, |
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Und das Haus ist lichterfüllt. |
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Dort oben am hellen Fenster |
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Bewegt sich ein Schattenbild. |
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Du schaust mich nicht, im Dunkeln |
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Steh’ ich hier unten allein; |
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Noch wen’ger kannst du schauen |
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In mein dunkles Herz hinein. |
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Mein dunkles Herze liebt dich, |
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Es liebt dich und es bricht, |
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Und bricht und zuckt und verblutet, |
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Aber du siehst es nicht. |
Details zum Gedicht „Sie haben heut Abend Gesellschaft“
Heinrich Heine
3
12
63
1823–1824
Junges Deutschland & Vormärz
Gedicht-Analyse
Dieses Gedicht ist von Heinrich Heine, einem prominenten deutschen Dichter und Schriftsteller aus dem 19. Jahrhundert. Die Entstehungszeit liegt innerhalb seiner Schaffensphase, also in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts.
Auf den ersten Blick wirkt das Gedicht melancholisch und voller Sehnsucht. Es erweckt ein Bild von unerfüllter, einseitiger Liebe und emotionalem Schmerz.
Es erzählt die Geschichte einer Person – des lyrischen Ichs – die aus der Dunkelheit unter einem Fenster zu einem hell erleuchteten Haus hinaufblickt, in dem „Gesellschaft“ stattfindet. Das lyrische Ich fühlt sich von der Person, die sich als Schattenbild am Fenster abzeichnet, angezogen, aber einsam und unbeachtet. Es drückt seine Liebe zu der unbekannten Person und seinen inneren Schmerz aus, denn seine Liebe wird weder bemerkt noch erwidert.
Das lyrische Ich in Heines Gedicht vermittelt ein starkes Gefühl von Verlangen, Verehrung, aber auch Enttäuschung und Isolation. Es betont die Kluft zwischen seiner Dunkelheit – sowohl tatsächlich als auch symbolisch – und dem hellen, belebten Haus, in dem sich seine unerwiderte Liebe befindet. Es zuckt und „verblutet“ – ein starkes Bild von physischem und emotionalem Leiden – aber seine Schmerzen bleiben unsichtbar für die Person, die es begehrt.
Das Gedicht folgt einer strengen Form mit jeweils vier Versen pro Strophe. Die Sprache ist einfach und dennoch eindrucksvoll. Heine verwendet einfache, aber wirksame Bilder, um die Gefühle des lyrischen Ichs zu vermitteln:
die Dunkelheit and Licht, die Distanz zwischen dem Fenster und seiner Position, das blutende Herz. Diese Bilder unterstreichen die seelische Qualen, welche das lyrische Ich durchlebt. Die wiederholten Bezugnahmen auf Dunkelheit und Licht dienen als Metapher für Hoffnung und Verzweiflung, Liebe und Einsamkeit, Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit.
Kurz gesagt, Heines Gedicht porträtiert auf einfühlsame Weise die Schwere und Komplexität nicht erwiderten Liebesschmerzes und die Einsamkeit des Sehnenden.
Weitere Informationen
Das Gedicht „Sie haben heut Abend Gesellschaft“ stammt aus der Feder des Autors bzw. Lyrikers Heinrich Heine. Geboren wurde Heine im Jahr 1797 in Düsseldorf. Die Entstehungszeit des Gedichtes geht auf das Jahr 1824 zurück. Hamburg ist der Erscheinungsort des Textes. Von der Entstehungszeit des Gedichtes bzw. von den Lebensdaten des Autors her lässt sich das Gedicht der Epoche Junges Deutschland & Vormärz zuordnen. Der Schriftsteller Heine ist ein typischer Vertreter der genannten Epoche. Das Gedicht besteht aus 12 Versen mit insgesamt 3 Strophen und umfasst dabei 63 Worte. Weitere Werke des Dichters Heinrich Heine sind „Ach, ich sehne mich nach Thränen“, „Ach, wenn ich nur der Schemel wär’“ und „Ahnung“. Zum Autor des Gedichtes „Sie haben heut Abend Gesellschaft“ liegen auf unserem Portal abi-pur.de weitere 535 Gedichte vor.
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