Sehnsucht nach Berlin von Joachim Ringelnatz

Berlin wird immer mehr Berlin.
Humorgemüt ins Große.
Das wär mein Wunsch: Es anzuziehn
Wie eine schöne Hose.
 
Und wär Berlin dann stets um mich
Auf meinen Wanderwegen.
Berlin, ich sehne mich in dich.
Ach komm mir doch entgegen!
Arbeitsblatt zum Gedicht
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Details zum Gedicht „Sehnsucht nach Berlin“

Anzahl Strophen
2
Anzahl Verse
8
Anzahl Wörter
39
Entstehungsjahr
1933
Epoche
Moderne,
Expressionismus

Gedicht-Analyse

Das Gedicht „Sehnsucht nach Berlin“ wurde von dem deutschen Schriftsteller Joachim Ringelnatz verfasst, der von 1883 bis 1934 lebte. Damit lässt sich das Gedicht in die Epoche der Weimarer Republik einordnen, einer Zeit der politischen Umbrüche und kulturellen Blüte in Deutschland.

Bereits beim ersten Lesen nimmt man eine starke Emotionalität wahr, die das lyrische Ich für die Stadt Berlin empfindet. Das Gedicht ist geprägt von der Nostalgie und Heimweh, mir der der Dichter seine Liebe zur Stadt zum Ausdruck bringt.

Inhaltlich drückt das lyrische Ich zunächst seine Bewunderung für die Stadt aus („Berlin wird immer mehr Berlin. Humorgemüt ins Große.“). Es scheint den Charakter und die Einzigartigkeit der Stadt zu schätzen. Die Sehnsucht nach Berlin wird besonders deutlich durch den Vergleich mit einer „schönen Hose“, die das lyrische Ich gerne anziehen würde. Die Hose steht dabei symbolisch für Vertrautheit, Komfort und Nähe. In der zweiten Strophe erklärt das lyrische Ich seinen Wunsch, stets von Berlin umgeben zu sein. Es zeigt seine tiefgreifende Sehnsucht und Bitte an Berlin, ihm entgegen zu kommen.

Was die Literaturanalyse angeht, besteht das Gedicht aus zwei Vierzeilern mit einem einfachen Reimschema (ABAB), das einen flüssigen Rhythmus und Harmonie im Gedicht erzeugt. Sprachlich verwendet der Dichter einfache, direkte Ausdrücke und Metaphern (Berlin als „schöne Hose“), die eine starke emotionale Wirkung erzeugen. Die Sprache ist dabei schlicht und unkompliziert, was die direkte und ehrliche Haltung des lyrischen Ichs gegenüber der Stadt unterstreicht. Zudem verwendet Ringelnatz Alltagssprache und Humor („Wie eine schöne Hose“), um die Nähe und Vertrautheit zwischen dem lyrischen Ich und Berlin zu betonen. Es verleiht dem Gedicht eine durchaus persönliche, fast schon intime Note.

Zusammengefasst lässt sich sagen, dass „Sehnsucht nach Berlin“ eine Hommage an die Stadt ist, die durch ihre Einfachheit und emotionale Direktheit das Gefühl der Nostalgie und Heimweh des Dichters eindringlich vermittelt.

Weitere Informationen

Bei dem vorliegenden Text handelt es sich um das Gedicht „Sehnsucht nach Berlin“ des Autors Joachim Ringelnatz. Der Autor Joachim Ringelnatz wurde 1883 in Wurzen geboren. Die Entstehungszeit des Gedichtes geht auf das Jahr 1933 zurück. In Berlin ist der Text erschienen. Anhand der Entstehungszeit des Gedichtes bzw. von den Lebensdaten des Autors her kann der Text den Epochen Moderne oder Expressionismus zugeordnet werden. Bei Ringelnatz handelt es sich um einen typischen Vertreter der genannten Epochen. Das 39 Wörter umfassende Gedicht besteht aus 8 Versen mit insgesamt 2 Strophen. Der Dichter Joachim Ringelnatz ist auch der Autor für Gedichte wie „Abermals in Zwickau“, „Abgesehen von der Profitlüge“ und „Abglanz“. Auf abi-pur.de liegen zum Autor des Gedichtes „Sehnsucht nach Berlin“ weitere 560 Gedichte vor.

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