Schlaflose Nacht von Klabund

Übermüdet, schlaflos lieg ich in den Decken,
Schon malt der junge Tag lichtgraue Flecken
Auf Ofen, Stuhl und Lampenknauf.
Das Fenster steht sperrangelauf.
Ein Hund läuft über den Asphalt, sein Halsband klappert.
Es tickt wo eine Uhr. Der Bäckerjunge tappert
Und schleppt im Sack Verschlafenheit und Bemme.
Von nebenan schwirrt, summt aus der Kaschemme
Ein trübes Lied auf trübgestimmter Zither.
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Die Zunge jappt im Gaumen rauh und bitter,
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Ich hole dürstend Glas mir und Karaffe –
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Da ist die Sonne jenseits aufgetaucht,
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Von rosagelbem Wolkendampf umraucht,
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Und formt im Glase eine Goldagraffe,
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Als wolle sie die letzten grauen Schlangen
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Der Nacht mit einer goldnen Schlinge fangen.
Arbeitsblatt zum Gedicht
PDF (24.2 KB)

Details zum Gedicht „Schlaflose Nacht“

Autor
Klabund
Anzahl Strophen
1
Anzahl Verse
16
Anzahl Wörter
105
Entstehungsjahr
1913
Epoche
Moderne,
Expressionismus

Gedicht-Analyse

Bei dem vorliegenden Text handelt es sich um das Gedicht „Schlaflose Nacht“ des Autors Klabund. Klabund wurde im Jahr 1890 in Crossen an der Oder geboren. Im Jahr 1913 ist das Gedicht entstanden. Erschienen ist der Text in Berlin. Eine Zuordnung des Gedichtes zu den Epochen Moderne oder Expressionismus kann auf Grund der Entstehungszeit des Gedichtes bzw. der Lebensdaten des Autors vorgenommen werden. Vor Verwendung der Angaben zur Epoche, prüfe bitte die Richtigkeit. Die Zuordnung der Epochen ist ausschließlich auf zeitlicher Ebene geschehen und daher anfällig für Fehler. Das 105 Wörter umfassende Gedicht besteht aus 16 Versen mit nur einer Strophe. Weitere bekannte Gedichte des Autors Klabund sind „Altes Reiterlied“, „Ausmarsch“ und „Ballade“. Zum Autor des Gedichtes „Schlaflose Nacht“ haben wir auf abi-pur.de weitere 139 Gedichte veröffentlicht.

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